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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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war und schon manche bedeutende Stadt gesehen hatte, soüberraschte mich Rotterdam doch nicht wenig durch die Mengeseiner Kanäle, die große Zahl der darauf liegenden Schiffe,die vielen über jene geworfenen Brücken, die schönen Alleenin allen Theilen der Wasserstadt, auch die Größe und aus-nehmende Nettigkeit und Reinlichkeit ihrer Häuser und denüberall durchblickenden Wohlstand ihrer Bewohner. WelcheSumme von Thätigkeiten, welche Anstrengung und Ausdauer,welcher Muth und Entschlossenheit und welches umsichtigeund berechnete Zusammenwirken war nothwendig, um Rot-terdam zu dem zu machen, was es jetzt ist! Das gleicheläßt sich auch von dem größern Theile Hollands sagen, denndieses Land ist, wie schon eben so oft als wahr bemerktworden, eine wahre Eroberung des Menschen, dem ihmfeindseligsten Elemente abgezwungen und abgetrotzt; ein durchungeheuren Kraft- und Jntelligenzaufwand errungenes Gut,das beinahe eben so schwierig in dauerhaftem Besitz zu er-halten ist, als eS gewonnen werden mußte. Von der Naturzum Meere oder Sumpf bestimmt, ist dasselbe überdeckt mitden fettesten Triften, dem fruchtbarsten Lande, den blühend-sten Dörfern, den reichsten Städten; ist bewohnt von einigenMillionen glücklicher und in behaglichem Ueberflusse lebenderMenschen. Nach meinem Dafürhalten ist die bloße Existenzvon Holland das glänzendste Denkmal, das die Thätigkeitdes Menschen sich errichtet, das riesenhafteste Werk, welchesje ein modernes, unternehmendes Volk ausgeführt hat.Wenn die Bewohner von der Natur hochbegünstigter Ländersich ein angenehmes Dasein verschaffen, so können wir dießihnen nicht zum großen Verdienst anrechnen; wenn wir aberein Land sehen, das, sich selbst überlassen von den Gewässern