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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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ließen sich durchzuwinden und der Kapitän gleich demKutscher, der sein Gefährt durch Wagen- und Menschen-gedränge unangestoßen lenken will, darf seinen erhöhtenKommandoposten nun keinen Augenblick mehr verlassen, mußganz Auge sein, muß jede Minute einen andern Befehl geben,die Räder der Maschine bald mit voller, bald mit halberKraft sich bewegen, bald ganz stille stehen, das Schiff baldnach Rechts bald nach Links richten lassen.

Ich konnte nicht umhin, das scharfe Augenmaß zu be-wundern, welches die Schifföleute auf der Themse beurkun-deten; wenn ich glaubte, einander sich begegnende oder kreu-zende Fahrzeuge müßten sich stoßen, so schössen sie dennochunberührt an einander vorüber, wenn auch oft sich so nahe.kommend, daß zwischen ihnen kaum ein Apfel hätte durch-fallen können. Natürlich begegnet hie und da dem gewand-testen Steuermann ein Unfall; während dem man aber glaube»sollte, eS müßten in dem bunten Gewirre hundert Unglücks-fälle täglich geschehen, so ereignen sich solche verhältnißmäßigäußerst selten.

Nicht weit oberhalb Greenwich begegnet man einem schö-nen Werke britischer Wohlthätigkeit; ein riesenhaftes, mehr-deckigeS, ausgedientes Kriegsschiff ist zum Krankenhauseeingerichtet und eine Aufschrift, die eö trägt, besagt: daßdasselbe der Verpflegung leidender Seeleute aller Nationender Erde bestimmt sei und durch freiwillige Beiträge unter-halien werde. Schon ein flüchtiger Blick auf das schwim-mende Haus zeigt, daß diese menschenfreundliche Anstaltvielfach benützt wird.

Eben schlug die Schiffsglocke drei Uhr- alS wir an demdüster aussehenden Tower vorüberfubren; wenige Minuten