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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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nachher rief der Kapitän sein »8t»i>« auö und wir landetenwohlbehalten an den Treppen deö stattlichen Londoner Zoll-hauses. Keine Polizeidiener und GenSdarmen sind an dieserLandungsstätte aufgestellt, um die Ankömmlinge mit inqui-sitorischem Blicke zu messen und von ihnen Pässe oder son-stige Ausweise abzufordern. Unbelästigt und unbefragt läßtman die Reisenden ihrer Wege gehen; leider bezieht sichdiese LandungSfreiheit nur auf das lebendige Individuum,nicht aber auch auf dessen fahrende Habe; denn wenn die Britendie Quälereien der Polizei nicht kennen, so dürfen sie sicheiner gleichen liberalen Behandlung von Seite ihrer Mauthnicht rühmen. Diese ist so indiSeret, wie jede andere inder Welt; sie stöbert Euere Nachtsäcke durch und überall8muxglii>g witternd, zwingt sie Euch, den Inhalt EuererKoffer zur Schau zu legen, wie eS immer nur eine franzö-sische Douane thun kann. Und habt Ihr Bücher bei Euch,so nimmt man Euch dieselben nicht weg, was auch darinstehen mag, aber man legt sie auf die Wage und läßt Euch,ich weiß nicht wie viel Pence für das Pfund bezahlen. Zu-dem ist die englische Mauth gar nicht expeditiv, wenigstensdie im Londoner 6u8tom-Kou8« nicht. Ob wir gleich schonum 3 Uhr gelandet waren, so wurde doch erst um vier UhrHand anS Werk gelegt, um unsere Sachen aus dem Schiffein daö Zollhaus zu schaffen und dieß geschah mit einer Lang.samkeit, welche unö alle in Verzweiflung brachte. Um fünfUhr war diese Operation beendigt und nun versammelte sichdie Schiffsgesellschaft in einem Vorzimmer des Saales, inwelchem daö Gepäck untersucht wird. Die fünfzig odersechSzig Nachtsäcke und Koffer, die da lagen, hätten in einerhalben Stunde durchgesehen sein sollen; allein eS wurde mit