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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
Entstehung
Seite
79
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Zweifel daS großartigste Unternehme» dieser Art/ welchesin neuern Zeiten zu Stande gebracht worden ist/ und inkeinem andern Lande/ als in Großbritannien/ hätte manan dessen Ausführung denken können. Das Terrain zwischenbeiden Städten bietet seiner hügeligen Beschaffenheit wegenunendlich viele und unüberwindlich scheinende Schwierig-keiten dar/ weßhalb auch ununterbrochen Durchstiche/ Via-ducten und Tunnel mit einander abwechseln. Die für diesesRiesenwerk biö jetzt verwendeten Summen belaufen sich/ wennich mich nicht täusche/ auf nahe sechs Millionen Pfd. Sterl./also auf etwa 70 Millionen Gulden/ ein Kapital/ vor dessenGröße man erschrickt. Dennoch aber verzinst sich dasselbe/wie aus einer neulich in englischen Blättern enthaltenenstatistischen Angabe erhellt/ welcher gemäß die wöchentlicheEinnahme der Gesellschaft gegen 13000 Pfd. beträgt. Hier-aus ergibt sich/ daß der jährliche Bruttoertrag dieser Eisen-bahn der jährlichen Staatöeinnahme des Königreichs Wür-temberg nicht viel nachsteht. Welchen unermeßlichen Verkehrsetzt aber ein solcher Ertrag voraus!

Der Wagenzug/ welcher mich nach Birmingham führte/enthielt meiner Schätzung nach gegen 800 Personen. Wärendiese alle bis nach Birmingham gegangen und hätte die Hälftederselben den ersten Platz eingenommen/ so würde die einzigeFahrt 1000 Pfd. eingebracht haben. Bei einer solchen Fre-quenz kann daher der wöchentliche Ertrag wohl auf die vor-hin genannte Summe ansteigen.

Vor dem Bestehen der Eisenbahn gingen täglich zwischenLondon und Birmingham vierzig und etliche Diligenccn;jetzt fahren deren/ glaube ich/ nur noch zwei und selbst diesewürden überflüssig sein/ wenn es nicht sogar in England