Flüssigkeit nicht, wie man Jahrtausende geglaubt, ein ele-mentarer Körper, sondern eine zusammengesetzte Materie sei,welche aus ihren Urstoffen auch auf dem Wege der Kunstdargestellt werden könne. Seit 1780 hat die chemische WeltCavendish als den Entdecker der wahren Beschaffenheit desWafferö angesehen, bis vor einiger Zeit Arago in seinerakademischen Lobrede über Watt letzterem dieses Verdienstzueignete. Der beständige Sekretär der franz. Akademieging sogar so weit, auf Cavendish den Verdacht zu werfen,als habe derselbe sich unehrlicher Mittel bedient, z. B. desAntidatirenS seiner Abhandlungen rc., um sich als Entdeckerder Zusammensetzung des Wassers geltend zu machen. Einesolche Anschuldigung erregte bei vielen britischen Naturfor-schern ein um so größeres Befremden, als der Verdächtigteden Ruf eines höchst anspruchslosen und vollkommen biedernMannes genoß. Der unvergeßliche und gewiß urtheilsfähigeDavn, welcher Cavendish näher kannte, fällte i8io, demTodesjahre dieses Chemikers, folgendes merkwürdige Urtheilüber denselben: „Unter allen Naturforschern der jetzigenZeit verband Cavendish die größte Tiefe mathematischerKenntnisse mit der vollendetsten Feinheit und Genauigkeitder Untersuchungömethoden. Von ihm läßt sich behaupten,was vielleicht von keinem andern Manne gesagt werden kann,daß alles, was er that, gleich von Anfang an vollkommenwar und daß alle seine Versuche den Stempel der Vollen-dung an sich trugen. Von Meisterhand ausgeführt, bedurftensie keiner Verbesserung und obgleich viele derselben während-er Kindheit der Chemie angestellt wurden, so ist ihre Ge-nauigkeit unangetastet geblieben und ihr Werth bei genauererUntersuchung durch die Zeit nur noch erhöht worden. Die
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Buch
Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
Seite
92
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