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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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mit ächt philosophischer Ruhe in daö Unvermeidliche; nichtnur verschließt sie in sich den eigenen Kummer; nicht nurvermeidet sie mit der größten Sorgfalt jede Aeußerung,welche auch nur entfernt wie Tadel und Vorwarf klingenmöchte; sie ist gegen den Gatten liebevoller, zuvorkommen'der, hingebender, freundlicher, als sie eS in den frühernGlückSumsiänden war; sie sucht das Mangelhafte und Drü-ckende der neuen Lage, wo nur immer möglich, vor denAugen des gebeugten Mannes zu verdecken und unfühlbarzu machen und sie wendet alle Beredsamkeit des Herzensauf, um die Zukunft möglichst heiter, die Vergangenheitminder bedauerlich erscheinen zu lassen. Von mehr als einerso beumständeten englischen Frau sind mir Züge geschildertworden, welche tief ergreifend waren und einen Adel derGesinnung beurkundeten, der zur Bewunderung zwang.Glücklicher Weise für uns ist dieser weiblich sittliche Helden-sinn nicht ausschließliches Vorrecht britischer Lande; wir be-gegnen ihm auch diesseits des Wassers.

Nach dieser etwas langen Abschweifung, von der ich rechtsehr wünschen muß, daß sie meine Leserinnen nicht gelang,weilt habe, kehre ich noch einmal zu der Tafel des Grafenvon D. zurück, um Gelegenheit zu der Bemerkung zu finden,daß ich in meinem Leben nie eine Tischnachbarin hatte,welche Lady .... durch Schönheit des Körpers, Beweg,lichkeit des Geistes, Frische und Originalität der Phantasie,heitern Humor, Feinheit des Gefühles und Liebenswürdig-keit des Benehmens übertreffen hätte. Da Wesen dieserArt zu den etwas seltenen Erscheinungen gehören, so wirdman es sehr natürlich finden, wenn ich auch nach Tisch dieUnterhaltung dieser reich begabten Dame suchte, und mich