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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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bedeckt, das darin befindliche Wasser wird häufig gewechseltund vermittelst der Heizung deö Zimmers auf einer mäßigenund möglichst gleichen Temperatur erhalten. Obgleich der -Fisch zur Zeit, als ich ihn sah, schon über ein Jahr inGefangenschaft war, so schien er doch vollkommen wohl zusein und in seinem engen Behälter nichts weniger als un.behaglich sich zu befinden. Eben, als wir in das Zimmereintraten, beschrieb er in seinem runden Kerker Kreise, undes ließ derselbe durch die Ankunft neugieriger Besucher inseiner gemessenen Bewegung durchaus sich nicht stören nochirgend eine Art von Scheu merken. Der Anblick des grün-lich. grauen, mehrere Fuße langen und schlangenartig aus-sehenden Wesens mit seinem ziemlich dicken Kopfe und hoch.liegenden Auge hat etwas Unheimliches, für Manche vielleichtetwas Abschreckendes, zu welchem Eindrucke wohl das Be. z.wußtsein von dem ungewöhnlichen Vermögen deö FischesEiniges beitragen mag. Ich wollte zuerst die auffallendsteWirkung, die das Thier hervorbringen kann, die Schlägenämlich, an mir selbst kennen lernen.

Wie es schien, merkte der Aal recht gut, daß wirmit ihm Etwas vor hatten, das ihm nicht ganz zusagenmöchte; denn als ich mit gestülpten Hemdärmeln und auf.gehobenen Armen mich vor das Becken stellte und seinerwartete, um ihn mit beiden Händen gleichzeitig an Kopfund Schwanz zu ergreifen, kehrte er auf einmal um, ob.wohl er mir schon nahe gekommen war, begab sich an denmir gegenüber liegenden Rand des Wasserbehälters und ^schwamm, so lange ich meinen Stand hielt, nicht wiedergegen mich. Ich mußte mich etwas vom Becken entfernen,ein gleichgültiges Aussehen annehmen und einige Zeit warten,