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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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welche Umstände und Einflüsse man dasselbe versetzen mag.Zu dem gleichen Schlüsse fuhrt auch die Thatsache der völ-ligen Umhätigkeit deö elektrischen Organes, falls die zu dem.selben führenden Nerven durchschnitten sind, oder das Thiergctödtet ist. Die Nerventätigkeit, worin diese auch immerbestehen mag, muß somit als eben so unerläßlich nothwendigangesehen werden, um elektrische Erscheinungen zu veran-lassen, als das Organ selbst.

Nach Faraday'ö Beobachtungen weiß eS der Gym-notuS recht wohl: ob die ihn berührenden Leiter leben,dige oder todte Wesen, zum Beispiel also Menschen oderKupferstreifen sind, ob seine Schläge empfunden werden odernicht, und richtet sich das Thier hinsichtlich des Gebrauches,den von seinem elektrischen Vermögen macht, nach denobwaltenden Umständen. Fühlt eS sich von menschlichenHänden betastet, so fehlt selten, dieselben seine Kraft invollem Maaße fühlen zu lassen; verbindet aber ein Metall-bogen seine elektrischen Pole, dann entladet sich wohlauch einige Male durch diese Vorrichtung, hält indessen baldunter solchen Umständen mit seiner Thätigkeit inne. Ebenso läßt der Londoner Gmnnotuö oft geraume Zeit ein Fisch-lein ruhig neben sich in seinem Becken schwimmen; überfälltihn aber die Lust, eS zu verspeisen, dann krümmt er sichbeinahe zum Kreis, gränzt die von ihm auöersehene Beutein die verhängnißvolle Bucht ein und entladet sich durch dieumgrenzte Wassermasse so kräftig, daß das in ihr befindlicheFischchen den Bauch sofort aufwärts kehrt, in welchem be-täubten Zustande dann auch vom Aale verschlungen wird.Erzeugte sich nun die Elektricität im Organ aus eine reinPbvsikalische oder chemische, also auf eine von organischer

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