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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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330
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Erscheinungen so gut als nichts zu sagen vermögen/ selbstwenn die Anatomen und Physiologen den Bau der Zitter-fische auch noch so genau erforscht und jedes ihrer Fäserchenund Nervchen haarscharf uns kennen gelernt hätten.

Da die elektrischen Kräfte einen so mächtigen Einflußauf thierische Wesen auszuüben, ja sogar in dem Erstochenenwieder für kurze Zeit, wenn nicht daö Leben selbst, dochwenigstens den Schein desselben zu erwecken vermögen,so haben sie auch mit großem Rechte die ganz besondereAufmerksamkeit der Physiologen auf sich gezogen und zu derVermuthung Anlaß gegeben, daß sie an den normalen Er-scheinnngen des thierischen Lebens einen wesentlichen Theilhaben möchten. Diese Ansicht, schon vor einem halbenJahrhundert ausgesprochen, konnte nicht fehlen, die mannig-faltigsten Untersuchungen zu veranlassen, wobei es sich vor-zugsweise um die AnSmittelung elektrischer Thätigkeiten imlebenden Organismus handelte. Spuren von solchen sindallerdings in einigen Thieren, namentlich Fröschen, nachge-wiesen worden; und in neueren Zeiten wollen Prevost undeinige italienische Naturforscher auch in höher organisirlcnThieren und im Menschen selbst die Anwesenheit Volta'scherStröme entdeckt haben. Indessen ist in den meisten derar-tigen Angaben nicht allein der reine thierische Ursprungdieser Erscheinungen noch zweifelhaft; sondern es erscheintauch, wenn letztere nicht in Abrede gestellt wird, der Gradderselben so unbedeutend, daß er als ein Nichts verschwin-det, wenn zusammengehalten mit dem Maaß der von denZitterfischcu gezeigten elektrischen Wirksamkeit. Aus derscheinbaren Abwesenheit oder Geringfügigkeit der Elektricitätin der Mehrzahl der Thiere folgt indessen nicht, daß in