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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
Entstehung
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349
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zu Forschungen anfeuert ,, als dieß die reine Liebe zur Wissen-schaft zu thun vermag; was schon aus dem einfachen Umständeabgenommen werden kann/ daß Mancher aufhört/ wissen-schaftlich-thätig zu sein von dem Augenblicke an/ wo eranfängt/ die aeademische Würde zu tragen.

Ein Grundzug des französischen Karakterö ist Eigenliebeund Eitelkeit und wenn eS einen Ort gibt/ wo man densel-ben gut studiren kann/ so ist dieß gewiß in der Pariser Aka-demie. Wo z. B. begegnet man den kleinlichen Prioritäts-streitigkeiten häufiger/ als in der genannten Anstalt und woanders kennt man die lächerliche und abgeschmackte Sitte:auf erst noch zu machende Entdeckungen Beschlag zu legen/als eben wieder in dieser Akademie. Ich rede nemlich vondem »prencirs äats«, wodurch man jenseits des Rheinessucht/ auf unbestimmte Beobachtungen und unvollkommeneVersuche hin fich EntdeckungSrechke zu sichern und andereMänner des Faches von der Aufnahme oder Fortsetzung ge-wisser Forschungen abzuschrecken.

Was die Achtung betrifft/ welche die französische Akademiezu unsern Zeiten im Ausland und insbesondere in Deutsch-land genießt/ so ist dieselbe immer noch bedeutend genug. In-dessen hat fich doch gegen früher manches anders gestaltet undwerden derselben jetzt namentlich viel seltener Arbeiten von nor-dischen Gelehrten zugesendet/ als dieß ehemals der Fall war.Zu dieser Veränderung haben mancherlei Umstände beige,tragen: vermehrte Unabhängigkeit deö wissenschaftlichenGeistes überhaupt; gesteigertes Selbstgefühl und vor allemdie gewonnene Einsicht/ daß die Pariser Akademiker keineWesen 8UI »eneris find/ namentlich aber auch nicht denhöchsten Grad von Unparteilichkeit besitze»/ deren Menschen