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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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fähig sind- wenn es sich UNI die Würdigung fremden Ver-dienstes handelt. Welchem Manne, welchem deutschen (He.lehrten namentlich, der schon Beweise wissenschaftlicherTüchtigkeit abgelegt hat, sollte es auch noch einfallen können,die Ergebnisse seiner Forschungen nach Paris zu schicken; wodieselben oft Jahre lang in den Händen einer Kommissionherumgezogen werden, von deren Mitgliedern es nicht immergewiß ist, daß dieselben über die ihnen übergebene Arbeitein richtiges Urtheil zu fällen vermögen oder es wollen. ESsind Dinge über das Schicksal französischer und auüwär.tiger Abhandlungen erzählt worden, die, wenn wahr, ebennicht geeignet sind, den wissenschaftlichen Verkehr des Aus-landes mit der französischen Hauptstadt zu vermehren.

Unter allen Anstalten Londons, dafür bestimmt, wissen-schaftliche und literarische Zwecke zu fördern, ist das britischeMuseum sicherlich nicht nur die großartigste, sondern auchdiejenige, deren Benützung dem Publikum mit der größtenLiberalität überlassen ist. Während meines frühern Aufent-haltes in der britischen Hauptstadt (182627) besuchte ichdas fragliche Museum beinahe täglich und lernte einige seinerSchätze ziemlich genau kennen. Die nalurhistorischen Samm-lungen, mit Ausnahme des Mineralienkabinets, das herr-liche Dinge enthielt, fand ich damals noch so armselig, sodurchaus vernachlässiget und nichts besagend, daß es einewahre Schande war, sie nur zu zeigen. In einigen kleinendunkeln Zimmern standen einige Kasten voll schlecht auöge-ftopfter und von Jnsecten zernagter Vierfüßer und Vogel,nebst einer kleinen Jnsectensammlung, die noch daö Bestevom Ganzen war.

Gewiß ist unter allen Nationen die britische am meisten