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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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begünstigt, was nemlich die Leichtigkeit betrifft, mit der stesich die interessantesten und seltensten Gegenstände aus allenNaturreichen verschaffen kann; denn nicht nur gebietet steüber die größten Geldmittel, sondern als Beherrscherin derMeere steht ste mit den entferntesten Theilen der Erde inunmittelbarer Verbindung und vermag stch durch ihre zahl.losen Schiffe in Besitz alles dessen setzen, waS zu erlangenfür die Binnenländer entweder außerordentlich schwierigoder gar eine Unmöglichkeit ist. Würde Großbritanniennur den hundertsten Theil der ihm zu Gebot stehenden Mittelbenützt haben, so könnte schon lange in London eine natur.historische Sammlung bestehen, so reich, so vollständig undgroßartig, wie es keine andere in der Well gäbe.

Aber lange Zeit glaubte die dortige Regierung, und daSParlament ebenfalls, stch der Verpflichtung enthoben, irgendetwas für die Förderung wissenschaftlicher Zwecke zu thun;da man von der Meinung ausging, daß die Verfolgungeines derartigen Zieles der Thätigkeit der Privaten oderden Bemühungen von Vereinen überlassen bleiben müsse.Im Laufe des letzten Jahrzehntes scheinen stch diese Ansichtenglücklicher Weise geändert zu haben; denn ich traf bei mei-nem letzten Besuch das britische Museum in Bezug aufnaturhistorische Schätze so außerordentlich bereichert, daßich dasselbe gar nicht wieder erkannte. Wenn mich andersmein Gedächtniß nicht betrügt, so hatte das Parlament fürdas Jahr 1839 , in dem ich die Anstalt wieder sah, nichtweniger als vierzig tausend Pfund Sterling bloß dazu ver-willigt, die vorhandenen naturhistorischen Gegenstände aufeine zweckmäßige Weise aufzustellen. Und in der That warenschon prachtvolle lange Gemächer mit den seltensten und