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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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werden und Manche derselben Jahre lang von der MeldungS.zeit an warten müssen, bevor sie ihre Absicht erreichen.

Ob ich gleich früher ein ganzes Jahr hindurch in Londonwohnte und vielleicht hundert Mal an der Wesiminsterabteivorüber ging, so kam ich doch nie dazu, das Innere dieserherrlichen Kirche, des schönsten Baues der Hauptstadt, zusehen. Von einer Woche zur andern wurde die Besichtigungdesselben verschoben; immer hatte ich etwas Nöthigeres alsdiesen Besuch abzumachen und endlich mußte ich Londonverlassen, ohne seine erste Merkwürdigkeit noch in Augenscheinnehmen zu können.

In London gewesen zu sein und die Wesiminsterabteinicht besichtiget zu haben, ist in der That eine hundert Malgrößere Nachlässigkeit, als Rom zu besuchen und den Papstnicht zu sehen.

Diese Unterlassungssünde lag zwölf Jahre lang schwerauf meinem Gewissen; man kann es sich daher leicht vor-stellen, daß ich nicht säumte, dieselbe bei meinem letztenBesuche der Hauptstadt sofort wieder gut zu machen.

Die meisten Nachmittage der Sonntage, die ich in Londonverlebte, wurden im Geleite meines Freundes Cooper zuWallfahrten nach dem uralten Tempel benützt und ich rechnedie in seinen ehrwürdigen Hallen verbrachten Stunden zuden genußreichsten meines Aufenthaltes in England.

Fürchten aber meine Leser nicht, hier mit einer Beschreibbung des Poet's Corner, der Gräber der ersten normänni-schen Könige, der Glasmalereien, des Baustyles der Abteiu. s. w. heimgesucht zu werden. Diese Dinge sind in älterer»nd neuerer Zeit schon zur Genüge geschildert worden undzwar von Reisenden, die sich eines bessern DarstellungS.

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