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vollen und feierlichen Töne einer von Meisterhand gespieltenOrgel gehoben und getragen wird, mit dem größten Genusseund mit wahrhafter Andacht zu. Ganz unnachahmlich schönnahmen sich die frischen und hellklingenden Knabenstimmenaus, die bisweilen ein Solo zu singen hatten und herrlichwurde namentlich das „Amen" von denselben ausgeführt,dem die Gemeinde in der Regel respondirte.
Wohnte ich in London, ich würde wohl selten denKathedraldienst der Westminfterabtei versäumen; ihm jeden-falles häufiger beiwohnen, als den daselbst gehaltenen Pre-digten, deren ich zwar auch einige gehört habe, von denenich aber nicht sagen könnte, daß sie mich sonderlich erbauthätten.
Wer einmal London besucht und Geschmack an einemschönen Kirchengesang hat, dem rathe ich sehr, einen Sonn-tag Nachmittag zu einem Gange nach der Westminfterabteizu verwenden und daö »6dsntinK« anzuhören; er wird mirfür den Rath dankbar sein und nicht unbefriedigt die Kircheverlassen.
So oft ich in den »Horvioo« ging, war die Abtei, d. h.die für den öffentlichen Gottesdienst bestimmte Abtheilungderselben gedrängt voll von Menschen, unter denen sehrhäufig auch die verwittwete Königin erscheint.
ES wird jetzt vielfach die Behauptung aufgestellt, daßman in einem deutschen protestantischen Lande gesonnen sei,die dasigen kirchlichen Einrichtungen denen des anglikanischenBekenntnisses näher zu bringen. Ich kenne die Thatsachennicht, auf welche sich diese Versicherungen stützen; sollte aberwirklich ein solcher Plan verfolgt werden, so wird manhoffentlich nicht so weit geben und eine deutsch-protestantische