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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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393
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Hitze herrscht und der Besucher nicht länger als nöthig darinverweilt. Die hier hausenden Gesellen, deren Zahl nichtgering ist und welche halb nackt, von Schweiß triefend undmit einer dicken Kohlenschichte überzogen, vor den feurigenOefen stehen, mit eisernen Haken und Schaufeln handthie-rend, sehen wie Gehülfen des Vulkans aus oder gleichenden Teufeln, welche das höllische Feuer anzuschüren haben.

Um die Laboratorien herum stehen die thurmhohen , ausdickem Eisenblech verfertigten Gaöhalter, zu deren SpitzeTreppen führen. Daß cS in den Gaöfabriken und um die-selben herum nicht zum Beßten riecht, wissen die Nachbarensolcher Gewerke nur zu gut und diese Nasenbelästigung istdenselben so lästig, daß sie häufig die Gasfabrikanten beiden Gerichten verklagen. Den Eigenthümern des Labora-toriums in Westminster ist eS erst nach vielen vergeblichenBemühungen gelungen, diesem Ucbclstand abzuhelfen unddie höchlich und mit Recht unzufriedenen Nachbaren vonihrer täglichen Nasenqual zu befreien.

ES wird von Manchen versichert, daß athmosphärischeLuft, wenn auch nur mit äußerst geringen Mengen desSteinkohlengaseS geschwängert, nachtheilig auf den mensch-lichen Körper einwirke, falls dieselbe längere Zeit einge-athmet werde. Ich bin außer Stande zu sagen, ob dieseBehauptung auf genaueren Beobachtungen und zuverlässigenAngaben beruht und eben so wenig ist es mir möglich, dieVersicherung zu würdigen, gemäß welcher die Menschen,welche eine so beschaffene Luft cinathmeten, von der Choleraverschont geblieben sein sollen. Iedenfalles dürfte reineLuft der Gesundheit zuträglicher sein, als eine kohlenwasser-haltige es ist.