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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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406
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wird, so muß dasselbe von der Brauerei aus in die verschie-denen Stadtviertel gebracht werden und sind zu diesem Be-hufe nicht weniger als hundert und zwanzig Pferde noth-wendig. Die Ställe gehören daher nicht zu den uninteressante/ften Theilen der Brauerei und ihre Besichtigung gewährt gewißihrer Größe und Einrichtnng wegen den Pferdeliebhabernein nicht geringes Vergnügen. Ein kaiserlicher oder könig-sicher Leibsiall kann in der That nicht besser und schönergehalten sein/ als es derjenige einer Londoner Brauerei ist/und die Pflege/ die man daselbst den Lastpferden angedeihenläßt/ kann nirgends weiter getrieben werden. Für die krankenThiere ist sogar ei» eigener Spital vorhanden/ das nöthigenFalles erwärmt werden kann. Jedes Pferd hat seinen beson-dern Namen/ welcher/ wie dieß in fürstlichen Marställcn derFall ist/ über seinem Stande angeschrieben steht. Durch eineeigene Dampfmaschine wird das Futter/ welches aus einemGemisch von Haber/ Stroh und Heu besteht/ und auf dessenMischung und Verkleinerung man große Sorgfalt verwendet/zubereitet. Die Ra?e dieser Zugpferde ist eine ganz eigen-thümliche und wohl die größte/ die cS überhaupt gibt. DieRosse gleichen in der That durch die Stärke ihres Glicder-baues dem Elephanten und vermögen ungeheure Lasten zuziehen. Durchschnittlich kostet eines derselben siebenzig Gut-nee«/ woraus sich ergibt/ daß das Capital/ waö allein inden Pferden der Brauerei steckt/ mehr als hundert tausendGulden beträgt.

Jede bedeutende Londoner Brauerei besitzt sowohl in derStadt als auf dem Lande eine große Anzahl von Schenk-häusrrn/ welche sie verpachtet mit der Bedingung/ daß dasdarin verbrauchte Bier von ihr bezogen werde. Erwähncns-