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werth ist auch der Umstand/ daß jede solche Brauerei eineAnzahl von Malern hält/ welche nichts anderes zu thunhabe«/ als Schilde für Bierhäuser entweder neu zu male»/oder aufzufrischen. Zu diesem Geschäfte bedarf man freilichkeiner Raphaele oder Titiane.
Dürften voranstehende Angaben schon genügen/ um einenBegriff von der Größe eines Londoner Brauhauses zu gebe»/so wird man denselben jedenfalles ganz vollständig habe»/wenn ich auf die Versicherung meines Führerö hin meinenLesern sage/ daß die schlechten Schulden der Brauerei inSpitalfieldeS jährlich zwischen 20—30000 Pfd. Sterl. be-tragen. Ein Geschäft/ das einen solchen Verlust jedes Jahrin Rechnung zu nehmen hat/ kann nicht klein sein.
In jeder Brauerei wird Porter und Ale zu gleicher Zeitbereitet/ indessen in sehr ungleichen Quantitäten. ErstereBiersorte trinkt man viel häufiger/ als letztere/ vielleicht indem Verhältnisse von fünfzig zu eins und sie ist vorzugsweisedas Getränk der arbeitenden Klasse/ was schon dessen Namenandeutet. Die Vorrichtung zur Alebereitung ist immer vonderjenigen gesondert/ die zum Brauen des Porters dientund jene natürlich immer viel kleiner als diese. Die Stärkedes AleS ist sehr verschieden und ich habe in der schon ofterwähnten Brauerei nicht weniger als acht Sorten dieserBierart gekostet/ von welcher die schwächste etwa 6 °ö/ diestärkste 15 Weingeist enthielt. Letztere Qualität ist alsoschon so geistreich/ als der stärkste französische Wein undkann deßhalb auch mehrere Jahrzehnte und noch länger auf-bewahrt werden/ ohne sich zu verschlechtern. Ich könnteaber nicht sagen/ daß mir dieses Bier gemundet hätte; selbstin sehr kleine» Menge» getrunken/ widersteht es einem sehr