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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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409
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umhin, meinen starken Zweifel über diese Mittheilung auszu-drücken. Allein die erfahrenen Brauer lachten über meineScepslS und unterließen nicht, ihre Versicherung in allemErnste zu wiederholen und meinem Unglauben ihre vicljäh-eigen Erfahrungen, diejenigen aller Brauer Londons entgegenzu halten. Wie unwahrscheinlich eine solche Angabe nunauch aussieht und wie schwer wir zu begreifen vermögen,warum dieselbe Hefe in der einen Brauerei taugt, währenddieselbe in einer andern sich alS unwirksam erweist, obgleichdie Umstände, unter welchen sie an beiden Orten versetzt wird,anscheinend wenigstens völlig gleich sind, so müssen wir unsdennoch der Autorität der Thatsachen unterwerfen und dür-fen daö Zeugniß wahrheitsliebender und urthcilsfähigerMänner nicht in Zweifel ziehen.

Jede Wissenschaft hat ihre schwachen Seite»; auch derChemie mangeln die ihrigen nicht und deren hauptsächlichstedürfte wohl das sein, was sie uns über die sogenannten frei-willigen Zersetzungen organischer Materien, namentlich aberüber die geistige Währung lehrt. Wollen wir aufrichtigsein, so müssen wir sagen, daß die ersten Chemiker unsererZeit über die wahre Ursache der fraglichen Erscheinung ebenso wenig wissen, eben so sehr im Dunkeln sind, alö eS dergemeinste Brauknccht ist. Unser ganzes Wissen von der Wäh-rung besteht nur in der Kenntniß einiger Bedingungen, unterwelchen sie Statt findet; wie aber die Hefe den Zucker inWeingeist und Kohlensäure zerlegt, das ist für uns nochdas tiefste Geheimniß und wird dieß wahrscheinlich auchnoch lange bleiben. Zwar hat es in den letzten fünfzigJahren nicht gefehlt an mannigfaltigen Versuchen, das frag-liehe Räthsel zu lösen und cS sind namentlich in der neueste»