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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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410
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Zeit von ausgezeichneten Forschern Theorien aufgestellt wor-den/ mit Hülfe welcher das Mysterium der Weingeistbildungbegreiflich werden sollte. Der eine machte aus dem Zucker/der Hefe und dem Wasser eine galvanische Kette und ließdurch einen elektrischen Strom die Zuckerzersctzung zu Standegebracht werden. Ein anderer begabte die Hefe mit demwunderbaren Vermögen: so zu sagen ohne körperliche Theil-nahme/ ohne eigene Veränderung und durch ihre bloßeGegenwart das Gleichgewicht der Zuckerelemcnte zu störenund dieselben zu bestimmen/ zu Weingeist und Kohlensäurezusammenzutreten. Ein dritter rief kleine Thierchen zu Hülfe'/ließ dieselben auf Kosten des Zuckers fich nähren und fort-pflanzen und hiebet Weingeist und Kohlensäure gleichsam alsAbfall auftreten. Ein vierter sah endlich in der geistigenWährung nichts andereö/ als einen ganz einfachen Ansteckungs-fall. Die Heft/ sagte er/ sei ein in Fäulniß oder in Zer-setzung begriffener Körper und bringe man in dessen unmit-telbare Nachbarschaft Zucker/ so werde dieser angesteckt;etwa wie ein gesunder Mensch von einem Kranken/ wiegesundes von faulem Holze/ und die Verwesung des Zuckersmache eben die Währung aus. Alle diese Hypothesen machenunstreitig dem Scharfsinne ihrer Urheber große Ehre; leiderläßt sich aber viel Gegründetes gegen sie vorbringen undtrifft dieselben namentlich der nicht ganz unbedeutende Vor-wurf/ daß sie über das dunkle Phänomen kein neues Lichtverbreiten und nicht den geringsten Aufschluß über die Ur-sache der Währung geben. Denn z. B. zu sagen/ daß dieHeft durch ihre bloße Gegenwart zersetzend auf den Zuckereinwirke, heißt nichts erkläre»/ sondern höchstens nur eineThatsache constatiren. Dieselbe Bemerkung findet ihre An-