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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
Entstehung
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429
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neu, daß/ wenn ein Fußgänger an das Gemäuer des KaieSsich lehnte und ganz zufälliger Weise in die Seine hinabsah, sofort einige feiner Himerniänner das Gleiche thaten,erwartend, auf dem Flusse irgend etwas Besonderes wahrneh.men zu können. Nachfolgende Fußgänger wendeten ebenfallsihre Köpfe der Seine zu und in wenigen Minuten sah manHunderte von Personen stille stehen, ihre neugierigen Blickenach dem Wasser richtend. Ganz so machen cS die LondonerPhilister. Bekanntlich wogt von, frühen Morgen bis in diespäte Nacht hinein ein gewaltiger Menschcnstrom an derPaulökirche vorüber; diesen Play wählte nun einer meinerBekannten bisweilen aus, und that dieß einmal in meinerBegleitung, um die Ncugierde der Menge zu reizen undderselben einen Schabernack zu spielen. Zu diesem Behufestellte er sich an einem etwas bemcrktichcn One auf undfixirte die Kuppelspitze der erwähnten Kirche. Nach wenigenSekunden schon blickten Hunderte nach dem gleichen Punktehin; Ncuherbeigckommene ahmten daS gegebene Beispielebenfalls nach, diesen folgten wieder Andere, biS endlichmehrere tausend Augen zu gleicher Zeit besagte Kuppel an-gafften. Stand nun die Menge mit ausgestreckten Hälsenvom Ende der (liier,psillv Straße an bis zu I.,ic1grite Hillhin vor der PaulSkirchc, so war der Zweck meines Freundeserreicht und ging er dann lachend von bannen. Ich glaube,das gleiche würde sich wiederholen, wenn Jemand in jedemTage deS IahreS und zu jeder Stunde des TageS das Bei-spiel meines Freundes nachahmte.

Obgleich ich noch manche Seite des Londoner Lebensberühren möchte, noch manche Beobachtung mitzutbeilcnhätte, die vielleicht nicht obne alles Interesse wäre, so muß