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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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und den Wagenzug benutzend, der um vier Uhr die Stadtverließ, befand ich mich doch schon dreißig Minuten späterin der Wohnung meines illustren Wirthes und hatte vordem Mittagessen noch alle Zeit, mit demselben eine Reiheelectro-chemischer Versuche anzustellen.

Ich will hier im Vorbeigehen bemerken, daß die Eisen-bahnen, welche so viele Verhältnisse ändern, in der letztenZeit einen ganz eigenthümlichen Einfiuß auf viele die briti.sehe Hauptstadt umliegenden Ortschaften ausgeübt haben undimmer noch ausüben.

In der geräuschvollen, nebligen und von Steinkohlen-dampf erfüllten City Jahr aus Jahr ein zu wohnen, ist ebennicht als eine sehr große Annehmlichkeit zu betrachten; suchen daher diejenigen, deren Verhältnisse dieß nurimmer gestatten, mit ihren Familien auf dem Lande zu lebenund nur so lange in der Stadt zu bleiben, alö ihre Geschäftedieß durchaus erfordern. Es sind nun namentlich die Kauf.leute, welche sich in diesem Falle befinden und die in großerZahl in den benachbarten Dörfern sich angesiedelt haben.Bei der Schnelligkeit, mit welcher die Landkutschen in Eng-land fahren, konnte ein Geschäftsmann zwanzig bis dreißigMeilen von London entfernt mir seiner Familie wohnen unddoch zu gleicher Zeit seinen Handel in der City führen.Setzte er sich Morgens sieben Uhr auf eine 8tag6 correli, soerreichte er zeitig genug seine 6ountmg'tiou8s in der Stadt;und verließ er diese um fünf Uhr Abends, nach Vollendungseiner Geschäfte, so konnte er bequem zum Mittagessen wie.der bei Hause sein. Hunderte und Tausende von Citvkauf-leuten führen ein solches wanderndes Leben; seit nun aber nachso vielen Richtungen des Landes Eisenbahnen von London