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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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' auslaufen, hat sich der Umkreis in welchem Londoner Geschäfts-männcr ihre Wohnsitze wählen können, bedeutend erweitertund Manche derselben machen jetzt jeden Tag eben so leichthundert und mehr Meilen hin und her, als früher nur zwan-zig. Viele Orte aber, vor Kurzem noch zahlreich von Lon-doner Familien bewohnt, sind jetzt verödet und deren »er-miethbare Häuser verlassen, weil sie keine Eisenbahn berührtund hicdurch ihre Entfernung von London gleichsam vergrößertworden ist. So unangenehm beumständet ist z. B. daö durchseine jährlichen Pferderennen berühmte Epsom, welchesStädtchen, da cS nur sechözehn Meilen von London entferntliegt, früher bei den Citykauflenten alö LandaufcnthaltSortbeliebt war, jetzt dagegen wegen Mangels eines Schienen.wegeS so ziemlich verlassen dasteht.

Hie und da tritt freilich auch der Fall ein, daß FamilienOrte gerade deßhalb verlassen, weil diese der Hauptstadtdurch eine Eisenbahn näher gerückt worden sind, So z. V.war das genannte Slough vor der Erbauung dcS GrcarWestern ein ruhiges Dörflein, ganz gemacht für ein stillesund zurückgezogenes Leben, wie eS Naturforscher und nament-lieh Astronomen zu führen lieben. Jetzt ist daS Geräuschund der Lärm der Hauptstadt in dasselbe eingedrungen, isteS selbst so zu sagen ein Theil Londons geworden, welcherUmstand Herschcln, der sich hiedurch in seinen Arbeite»sehr gestört fand, zu dem Entschlüsse geführt hat, das Hauszu verlassen, in dem er geboren wurde; dem Orte Lebewohlzu sagen, an den sich für ihn die theuersten Erinnerungenknüpfen. In einem ähnlichen Falle dürften sich noch mancheandere Familien befinden.

Es ist kaum nöthig, meinem Leser zu sagen, daß ich mit