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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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aufgehangen waren; da ich e6 aber versäumt habe/ Näheresdarüber in mein Tagebuch einzutragen und ich in solchenDingen meinem Gedächtnisse nicht zu viel zumuthe, so wirdeS wohl besser sei»/ wenn ich diese Merkwürdigkeit mit gänz-lichem Stillschweigen übergehe.

Wer Windsor CaStle besucht, der versäume ja nicht, den»livunll lovöi« zu besteigen, von dem aus man eine Fern-sicht genießt, die kaum anders wo in England anzutreffensein möchte und welcher Standpunkt überdieß noch den Vor-theil gewährt, den merkwürdigen Pallast beinahe in derVogelöperspcctive betrachten zu können.

Eine unermeßliche, ich weiß nicht wie viele Grafschaftenumfassende Landschaft, übersäet mit den freundlichsten Dör-fern, den lieblichsten Städtchen; bedeckt mit zahllosenSchlössern, Villen und Parken; durchzogen von Flüssen undBächen; vermannigfaltiget durch Berg und Thal liegt vorden Blicken des Beobachters ausgebreitet. Gegen Nordwestenziehen sich am Fuße der königlichen Burg hin Windsor undEton, durch welche die noch etwas jugendliche Themse strömt,ihren gcschlängelten Laus nach dem Sitze des Welthandelsnehmend; in südwestlicher Richtung sieht man den prächtigenWindsorpark, dessen Umfang nach Meilen gemessen wirdund nach Osten zu begränzen den Gesichtskreis die in blauenDuft gehüllten Hills. London selbst, obgleich nur

zwanzig Meilen entfernt, ist dem Blicke entzogen durch diein dessen Nachbarschaft liegenden Höhen.

Während ich die Einzelheiten des herrlichen Panoramasdurchmusterte, fand in dem großen Hofe des Schlosses eineungewöhnliche Bewegung Statt; Staatskarossen fuhren indemselben auf, glänzend gesattelte Reitpferde wurden hinein-