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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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hier zu erklären, daß ich kein Land kenne, in welchem dieseTugenden allgemeiner, ausgedehnter und auf eine schönereWeise geübt werden, als dieß jenseits des KanalS geschieht.Wenn eS manchem Reisenden begegnet sein mag, daß ihmdie gewünschte Aufnahme in England nicht zu Theil wurde,so bin ich sehr geneigt anzunehmen: der Grund hievon habein besondern Verhältnissen eher, als in dem wirklichen allge-meinen Mangel an gastfreundlichen Gesinnungen gelegen.

Wer nach England kommt ohne Empfehlung, ohne Namen,ohne Kenntniß der Sprache und der Sitten des Landes, derist allerdings in der Regel übel daran; aber in welchem an-dern Lande wäre er dieß nicht, wenn so beu»,ständet! ESist nun freilich nichts Ungewöhnliches, daß Leute dieser Artüber ein ganzes Land den Stab brechen und ihm alle mög.lichcn Fehler aufbürden, wenn ihnen in demselben nichtzufälliger Weise diejenige Behandlung zu Theil wurde, diesie erwarteten; wenn sie da unbeachtet blieben, wo ihreEigenliebe auf Auszeichnung rechnete. Welcher Unbefangenewird aber auf Urtheile, unter derartigen Umständen gefällt,irgend einen Werth legen? Ich erinnere mich Hiebei einesjungen Franzosen, der vor Jahren mit mir die Ueberfahrtvon Calais nach Dover und unterwegs mich in seiner Red-seligkeit zum Vertrauten seiner Plane machte. Der guteMann hielt sich für den ersten Musiker der Welt, wußte keinWort englisch, kannte keine Seele über dem Wasser undhatte nichts destowenigcr im Sinne, eine Kunstreise durchGroßbritannien zu unternehmen. Er rechnete mit völligerSicherheit darauf, in allen Städten des Landes, Londonnicht ausgenommen, Furore zu machen und in kurzer Zeit,mit Guineen beladen, nach Paris zurückzukehren. Von meinen