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nur Balzac, nach der Provinz, in der er geboren war. MadameGomez behielt aus den vielen Romanen immer diesen Namen bei,obschon ihr Mann, und also seit ihrer Ehe auch sie, Bonhommehieß, welche Benennung aber der stolzen Spanierin nicht anständiggenug war. Eine andere spanische Dame aus zwar altem, aber sehrverarmten Geschlechte sollte einen eben so reichen als liebenswürdigenjungen Franzosen, Mr. de Beautrou, heirathen, aber sie wolltelieber ihre Familie und sich selbst in Armuth umkommen lassen, alsMadame Beautrou heißen. Ein spanischer Hidalgos wollte garkeinen Namen als den seines Standes haben, er unterzeichnete dahereinen Brief an einen andern Hidalgos bloß mit den Worten: LIMarques (der Marquis), als ob es außer ihm keinen Marquis mehrin der Welt geben könnte, offenbar eine Nachahmung der königlichenSitte, nach welcher unter den Dekreten der spanischen Monarchenbloß LI lie (der König) gesetzt wird. Allein derjenige, an welchender Brief gerichtet war, und der mit jenem von gleichem Standewar, nahm diese Freiheit als für sich beleidigend auf, und um seinereigenen Würde durch diesen Angriff nichts z» vergeben, unterzeichneteer seine Antwort bloß mit: Owo Marques (ein anderer Marquis).—Der bekannte französische Dichter Dorat hieß eigentlich DiSne-mandi, was in dem Dialekte seiner Geburtöstadt einen, der desMorgens Mittag hält, also einen Armen bedeutet, der des Tagesnur eine Mahlzeit hat. Er wählte sich dafür den Beinamen Dorat(der Goldene) wie einer seiner Vorfahren spottweise wegen seinerrothen Haare von den Nachbarn genannt wurde. Seine Tochter be-trübte ihn später sehr, als sie einen Herrn Goulu (Vielsreffer), inwelchen sie sterblich verliebt war, heiraten wollte, was der Vaterdurchaus nicht wünschte, um sein Haus nicht neuerdings mit einem sogarstigen Namen zu beflecken. Aber Mademoiselle Diönemandidachte anders, und ging ihren eigenen Weg.
Im sechzehnten Jahrhundert war ep allgemein Sitte unter denGelehrten, ihre Namen zu ändern, wobei sie gewöhnlich ihren vater-ländischen Namen in die lateinische Sprache übersetzten. Erasmusvon Rotterdam hieß ursprünglich Gerhard (der Geliebte), welchenNamen er anfangs ins Latein übersetzte, und in Desideriuö um-schmolz, bis ihm später auch dieser nicht mehr gefiel, und er ihnmit dem gleichbedeutenden griechischen Worte EraSmuö verwechselte,unter welchem letzten er dann allgemein bekannt wurde. Sein be-rühmter Freund Neuchlin oder Rauchlin nannte sich auf seinen