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Zweiter Band.
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^cackömio 6s 8t. kötersbourz.

als der Erfinder überall gepriesen wird. Allein die Ausbildung diesesKeimes, die Entwicklung, die eigentliche Erziehung dieser Idee, dieoft viel mehr Scharfsinn und Mühe, und daher auch viel mehr eigent-liches Verdienst fordert, als die erste Auffindung derselben, diese istnicht mehr die Sache des Einzelnen, sondern hier ist die Vereinigungder geistigen Kräfte von Vielen nöthig. Diese Vereinigung aber fin-det man nur in den Akademien, wie das gegebene Beispiel von derAusbildung dcS Gesetzes der Gravitation zeigt, und wie alle andernBeispiele von großen wissenschaftlichen Entdeckungen jeder Art be-weisen.

Ja nicht bloß diese Ausbildung einer ersten Idee, sondern, wennwir die eigentliche Veranlassung dazu etwas tiefer untersuchen, dieseerste Idee selbst ist häufig nicht sowohl daö reine Eigenthum derEinzelnen, als vielmehr eine Art Gemeingut, an der oft sehr vielemehr oder weniger Antheil nehmen. Beinahe alle diese ersten Ideen,die zu berühmten Entdeckungen Anlaß gaben, lagen schon, ehe sie ausEinem Kopfe blendend hervorsprangen, kurz vor ihrer Erscheinung inmehreren andern Köpfen, und ihre ersten Wurzeln finden sich, nichtsowohl in dem eigentlich sogenannten Erfinder, sondern vielmehr ineinem Kreise von unmittelbaren Vorgängern und Zeitgenossen, die sichalle mit der Sache tragen, aber vor lauter Ahnungen und dunklenGefühlen nicht zur klaren Anschauung gelangen können. Auf dieseWeise ist, wie uns die Geschichte lehrt, beinahe jede Epoche irgendeiner wichtigen oder glänzenden Entdeckung durch eine Art von einerallgemeinen geistigen Fermentation eingeleitet worden, in welcher, n chtsowohl der Einzelne, als vielmehr alle bessern Köpfe der Zeit auf daswunderbare Kind dieser Zeit, daS eben geboren werden soll, gleichsamkreisend hingedrängt wurden. Je näher die verhängnißvolle Skundeheranrückt, desto mehr nimmt daS Gedränge zu an der Stelle, woder Schatz begraben liegt. Da und dort treten Einzelne hervor ausder bunten Menge: sie wittern das Thor, tappen ihm im Finsternnach, finden es wohl auch, können es aber nicht öffnen. Allmälichtreten mehrere hinzu, vereinigen ihre Kräfte, rüttkln an der verschlosse-nen Pforte, bis plötzlich, allen unerwartet und doch von Jedem selbstgehofft, der gepriesene Sohn des Glückes hervorspringt aus der Menge,mit einem Drucke seiner Hand die schon durch so viele Versuche ge-schwächten Riegel sprengt, und triumphirend eintritt in die wunder-volle Halle, in die so lang gesuchte neue Welt.