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Quetelet, über den Menschen.
dem häuslichen Leben, so sehen wir auch in jenen Gesellschaften, daßder stärkere Geist dasselbe innige Bergungen in der Leitung und Be-schützung deö schwächeren findet, welches der letzte wieder in der Hin-gebung und in dem Gehorsam gegen jenen genießt. Verwandte Ge-fühle und Empfindungen, in einem Kreise mehrerer Menschen erregt,verstärken sich durch gegenseitige Mittheilung, wie wir täglich in un-seren Schauspielen sehen. Die Lust, die auS diesen Mittheilungenentsteht, ist oft so mächtig, daß sie zur Begeisterung, ja selbst zumFanatismus führen kann, der alle Gemüther bis zu einer Art vonWuth erhitzt, und der, indem er sich mit unwiderstehlicher Kraft ver-breitet, oft schon die größten und wunderbarsten Wirkungen hervor-gebracht hat. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß die oft eben so un-besiegbare Sympathie, welche die Muskeln unseres Gesichtes verzieht,wenn wir einen anderen lachen oder gähnen sehen, aus derselbenQuelle entspringt. Unsere Augenliedcr schließen sich schnell und un-willkürlich, beinahe noch ehe die Wirkung unseres Willens sie erreichtvor einer plötzlich aufstoßenden Gefahr, und wir machen die Be-wegung dcS AuSweichens vor einem uns begegnenden Hindernisse oftschon zu einer Zeit, wo wir noch weit von ihm entfernt sind, jazuweilen schon bei der bloßen Erzählung einer solchen Begebenheit.
Dieselbe Sympathie, welche die Körper, die materiellen Theileder Natur, vereinigt, scheint sich auch auf unsere geistigen Aeußerun-gen zu erstrecken. Die Erzählung großer und edler Thaten erregtnicht nur die Begeisterung der Zuhörer, sondern auch den Trieb zurNachahmung, besonders bei jungen, für alle Eindrücke noch sehrempfänglichen Gemüthern. Andere, weniger glücklich organisirte Men-schen werden von Criminal- oder Räubergeschichten zu ähnlichen Hand-lungen verleitet und angereizt, wie denn die Bekanntmachung solcherGeschichten, in dieser Beziehung, schon oft schädlich geworden ist.Hieher gehört auch jene geheimnißvollc Verbindung der äußeren Ge-genstände und ihrer inneren Eindrücke, durch welche wir, wenn wirnur einen derselben erfassen, sogleich auch alle übrigen, die mit jenemfrüher da gewesen sind, wieder zurückrufen, und wir haben vielleichtsehr Unrecht, diese sonderbare Erscheinung bloß dem Gedächtnisse zu-zuschreiben, da sie mehr jener geistigen Physiologie angehört, vonwelcher wir oben gesprochen haben, und deren Gesetze uns größten-teils noch unbekannt sind.
Eine entfernte Schrift, die wir durchaus nicht lesen können, wirdsofort lesbar, wenn ein anderer die Worte derselben ausspricht; daS