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1 (1802) Versuch einer ausführlichen Anleitung zur Glasmacherkunst
Entstehung
Seite
60
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oben an jedes Ende dieser Stäbchen wird dnrch eine Kerbe die einem jeden derobigen Durchmesser zugehörige Dicke der Hafenwand angemerkt. Legt nun derHäfenmacher eins dieser Stäbchen queer über seinen Hafen nach und nach, nachverschiedenen Richtungen, so beurtheilet er leicht, ob die Rundung und Dickeüberall so ist wie sie seyn soll, und kann mit geringer Mühe das UeberflüssigeHinwegnehmen. Ist nun auf diese Weise die Seirenwand angefangen undabgeglichen, so macht er den zweyten Sah, indem er eine neue Lage von Thon-cylindern rundherum, eben so wie die ersteren anseht, die Fugen schließt, aus-ebener, und nach den Kaliberstäbchen ausgleicht. So wird fortgefahren, bisder Hafen fast feine halbe Höhe erreicht hat; man läßt ihn nun ohngefahr24 Stunden ruhig stehen, bis der Thon etwas angezogen hat, das heißt, biser etwas abgetrocknet und so viel Steifigkeit erhalten hat, um die noch daraufzu sehende Last tragen zu können, ohne daß er weicht, zusammenstürzt odersich auch nur bauchet. Der Häfenmacher seht alsdann die erste Arbeit, so wieoben beschrieben worden, so lange fort, bis der Hafen die erforderliche Höhe hat,und richtet sich so, daß ein jeder neue Satz von Thoncylindern den Hafen immernur um 2 — 3 Zoll höher macht. Endlich biegt er den oberen Rand des Hafenseinwärts, und bildet dadurch den oben beschriebenen Wulst. Der so fertiggewordene Hafen wird zuleht in - und auswendig mit der nassen Hand überfahreir,und so ganz glatt und rein gemacht. Er muß nun langsam trocknen, der Bodenöfters gestampft und so verfahren werden, wie Loyfel ganz gut beschreibt.

Dieses ist das gewöhnliche Verfahren auf den Hütten, wo entweder einbesonderer Häfenmacher, oder jeder Glasmacher verbunden ist, die Häfen zumachen. Ein besonderer Häfenmacher ist aber immer besser; dnrch die vieleUebung erlangt er immer mehr Fertigkeit und die Arbeit wird gleichartiger. Beydiesem gewöhnliche Verfahren aber wird noch häufig ein großer Fehler begangen.Man wirft nämlich den Thon, der den Boden bilden soll, unmittelbar aufdaö Hafenbrel. Dieser quillt dnrch die Feuchtigkeit des Thons, zieht sich aberbey dem Trocknen wieder zusammen, gleichwohl hängt der Thon fest an domBret; diese sich entgegengesetzten Bewegungen müssen also nothwendig Risse indem Boden verursachen, welche leicht vermieden werden können, wenn man dasHafenbrel entweder mit grobem Packtuch oder auch mit Sand bedeckt, auf diesenden Thon legt und so die unmittelbare Berührung des Bretes verhindert; dasPacktuch und der Sand geben der Bewegung des Thons bey dem Zusammen."ziehen nach, und so wird die Entstehung der Risse fast ganz verhindert.

d. Der Formhäfenmacher macht den Boden auf eben die Art wie der Hand-häfenmacher, er hält ihn aber etwas kleiner als der Boden des Hafens auswendigwerden soll, damit er die Form darüber stürzen kann. Nachdem er dem Thondes Bodens eine gleiche Dicke gegeben hat, welches er mir der Lehre Fig. 16.untersucht, so stürzt er die Form darüber, drückt den Rand des Thonbodens mitgeballter Faust rundherum nieder, so daß der Thon den Winkel, den die Form mit