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1 (1802) Versuch einer ausführlichen Anleitung zur Glasmacherkunst
Entstehung
Seite
61
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dem Bodenbret macht, vollkommen ausfüllt; hierdurch entstehet an dem innernUmkreise der Form eine Rinne, in welche die Thoncylinder eingelegt und eben sowie oben beschrieben angedrückt werden, und so ist denn der Anfang der Seiten-wand gemacht. Man hängt nun die Lehre Fig. 19. in die Form, nach vielenverschiedenen Rlchtnngen, so werden unten die Ecken b. b. Eindrücke in den Thonmachen, und diese werden Nachweisnng geben, wo noch Thon zugesteht oderabgenommen werden muß, wodurch denn die Seitenwand eine gleichförmigeDicke bekommt, indem die Lehre einen genauen Durchschnitt des üinern Raumsdes Hafens vorstellt. Bey dieser Art Häfen zu machen ist aber vorzüglich zumerken, daß man den obern Rand eines jeden Sahes der Seitenwand niehorizontal, oder was einerley ist, senkrecht anf die Seitenwand der Form haltenmüsse, sondern der obere Rand muß allemal eine schiefliegende Fläche bilden, wieFig. 2l. a. zeigt, damit man die Thoncylinder allemal gegen diese schräge Flächedrücken, und so eine vollkommene Verbindung bewirken kann, welches in demersten Falle nicht wohl thunlich ist, indem gegen die Form zu leicht leere Räumebleiben, welche den Hafen an dieser Stelle verschwächen. Man steht also leicht,daß man jene Fehler, welche Loysel den Formhäfen vorwirft, ohne Mühevermeiden kann. So wie ein Sah fertig ist, schlägt man ihn mit einem leichtenBläue! (denn ein schwerer würde nicht Widerstand genug in dem noch sehrweichen Thon finden), wodurch die Verbindung noch genauer wird. DerArbeiter fahrt nun fort in einem weg die Sähe zu machen, bis er oben an denRand der Form gekommen- ist. Hier bildet er den Wulst an der innern Seile,und beendiget hiermit die Arbeit. Da aber der Thon sich ziemlich fest an dasHolz der Form anhängt, so können bey dem Trocknen leicht Risse entstehen.Man vermeidet dieses, wenn man die innere Fläche der Form mit Stücken vonnicht zu feinem und nicht zu grobem Leinenluch belegt, die eine halbe Ellelänger find, als die Form hoch ist. Man feuchtet sie vor dem Gebrauch an,damit sie sich gut anlegen und nicht weiter eingehen; man biegt sie über den obernund untern Rand der Form um, und befestiget die Enden mit einigen kleinenRägeln; man giebt überhaupt Acht, daß das Tuch recht glatt auliege undnirgends eine Falte mache. Es ist nicht gut die Form sogleich nach Beendigungdes Hafens zu öffnen: denn war der Thon bey dem Verarbeiten etwas weich,welches wegen der genauen Verbindung sehr gut ist, so lauft man Gefahr, daßder Hafen einsinkt, oder sich wenigstens baucht; auch kann man die Seitenwändenicht mehr hinlänglich stark mit dem Bläuel schlagen. Besser ist eS daher, denHafen noch 4 — 6 Tage bey trockner Witterung, 8 bis 12 Tage bey feuchterWitterung in der Form stehen zu lassen, und täglich einigemal den Boden unddie Seitenwand stark zu schlagen. Sobald man merkt, daß der Thon Konsistenzgenug erhalten hat, zieht man die Nagel, womit das Leinentnch befestiget war,heraus, öffnet die Schrauben, welche die eisernen Reife zusammenhalten, etwaum \ Zoll, so wird sich der Hasen ablösen, und nach einigen Stunden sieht mannach, ob der Thon weicht und sich bauchen will oder nicht; in dem ersten Falle