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1 (1802) Versuch einer ausführlichen Anleitung zur Glasmacherkunst
Entstehung
Seite
62
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laß! man die Form noch einen Tstg ruhig stehen, worauf man sie ganz öffnet undbey Seite thut. Nun ziehet man ein Stück Leiuentuch nach dem andern ab,wascht solche gleich aus und trocknet sie, damit sie nicht faulen; und sollten auder äußern Seite des Hafens hier und da noch Fugen bemerkt werden, so löthetman diese, wie oben beschrieben, mit der Spitze des Zeigefingers zu, überfährtauch die ganze äußere Fläche des Hafens mit der nassen Hand, wodurch denndiese Fläche sehr glatt und sauber wird. Soll der Hafen aber bedeckt werden,so macht man das Gewölbe darüber, noch ehe die Form hinweggethau wird.Der Thon dazu muß ziemlich zähe seyn: denn da man das ganze Gewölbe ausfreyer Hand machen muß und nichts ist, was es unterstützt, so wiirde es einstürzen,wenn der Thon zu weich ist. Mau zeichnet die Breite der Oeffuuug auf denRand und setzt nun einen Thonstab nach dem andern an, biegt den obern Randderselben immer einwärts, und schließt endlich das Gewölbe; nun schneidet mandie Oeffnung heraus und setzt den Hals in erforderlicher Länge daran, siehe die24. Fig. Taf. H. Die so weit fertigen Häfen müssen nun täglich genau untersuchtwerden, ob sich nicht hier oder da ein Riß veroffeubaret: so lange der Thon nochziemlich weich ist, kaun man solche Risse zudrücken und den Schaden verhüten;mau hüte sich aber wohl eine solche Stelle naß zu machen, oder gar frischenThon dahin zu bringen, denn es werden ohnfehlbar, wegen der ungleichenFeuchtigkeit und dem ungleichen Austrocknen noch beträchtlichere Risse entstehen;ist aber der Hafen schon ziemlich trocken, so daß man nur mit Mühe nochEindrücke mit dem Finger machen kaun, so sind solche Risse selten zu vertreiben,und es bleibt nichts übrig, als den schadhaften Hafen vollends trocknen zu lassen,ihn dann zusammen zu schlagen, die Stücke wieder einzuweichen, zu kneten,und einen neuen Hafen daraus zu machen; auch kann mau jene Stücke unter dasfrische Gemenge zu neuen Häfen mischen. So lange der Thon noch Eindrückeannimmt, muß der Hafen täglich ein- auch mehrere Male, besonders am Boden,gestampft und geschlagen werden. Am Boden geschiehet solches mit demStampfer Fig. 20.; an den Seitenwäuden hingegen muß mau zwey Bläue! vongleichem Gewichte haben, deren Bahn ganz schmal, höchstens 2 Zoll breit ist.Mau legt mit der einen Hand den einen Bläuel au die äußere Seite des HafeuSund schlägt mit dem andern Bläuel in der andern Hand, die innere Seite desHafens gerade dem ersten Bläuel gegenüber, fährt auch so rundherum fort, bisdie ganze Seiteuwaud des HafeuS geschlagen ist; den folgenden Tag wechselt mauum, und schlägt die äußere Seite, indem mau au der innern den andern Bläue!entgegen hält, und so wird fortgefahren, bis der Thon keinen Eindruck von denBläueln mehr annimmt. Nun aber fängt die gefährlichste Zeit für die Häfenau; .die geringste Unvorsichtigkeit, in Leitung der Temperatur, kann eine Mengeguter Häfen in wenig Stunden zu Grund richten. Es kommt alles darauf au,daß das Trocknen anfänglich im Schatten sehr langsam und bey einer Temperaturgeschieht, die mit 8— loGrad Reaumürisch anfängt, und mit 30—35 Gradenendiget, ehe die Häfen in den Aufwärmeofeu kommen. Sie müssen stufenweise