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1 (1802) Versuch einer ausführlichen Anleitung zur Glasmacherkunst
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63
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von Grad zu Grad durch diese Temperaturgrade hindnrchgeführt und wohl Achtgegeben werden, daß nicht mehrere Grade auf einmal übersprungen werden, oderdie folgende Temperatur beträchtlich stärker als die vorhergehende ausfallt.Aller Luftzug, der die Häfen besonders anfänglich unmittelbar trifft, ist äußerstschädlich, doch aber ist eine öftere Erneuerung der Luft in den Häfenkammern,wodurch die mit wafferigten Dünsten beladen? Luft hinweggeschafft wird, nichtnur nützlich, sondern auch sehr nöthig; eS kann dieses durch Luftlöcher in denDecken oder in den Seitenwänden des Gebäudes dicht unter der Decke leichterhallen werden, ohne die Häfen einem Luftzug unmittelbar auszusetzen. Allesdieses ist bey der gewöhnlichen Einrichtung auf den meisten Hütten keine leichteSache. Gewöhnlich sieben die Häfen in Behältern, wo die Luft überall freyenZutritt hat; vor dem Gebrauche stellt man sie auf Gerüste, in die Hütte nahegegen den Schmelzofen, wo die Temperatur auf einer Seite zu stark, auf derenigegengcsetzreu aber zu niedrig ist; durch diese Ungleichheit entstehen neueGefahren, die noch durch das öftere Hin - und Herkragen und fast unvermeidlicheAnstoßen vermehrt werden, denn nichts ist zerbrechlicher als ein ungebrannterHafen. Es würde daher bey einem wohl eingerichteten Werk der Mühe werthseyn, und die Kosten reichlich belohnen, wenn man ein eigenes Gebäude zurVerfertigung und Aufbewahrung der Häfen anlegte, und ich glaube keineundankbare Arbeit zu unternehmen, wenn ich die Einrichtung eines solchenGebäudes etwas näher beschreibe. Es kommt hierbey i. die Größe, 2. dieinnere Einrichtung in Betrachtung.

1. Die Größe hängt von der Menge Häfen ab, welche man jederzeit vorräthighaben will. Ein großer Ofen enthält gewöhnlich 6 große Häfen, deren jeder, einsins andere gerechnet, zwey Monare anshälr, demnach würden jährlich 36 Häfenerfordert; allem da es unvorhergesehene Fälle giebt, die jederzeit mit in Anschlagzu bringen sind, so muß man jährlich füglich 50 Häfen rechnen. Damit manauf jeden Fall hinlängliche Zeit zum langsamen Austrocknen der Häfen habe, soist eS gut, wenn die Häfen if bis- 2 Jahre alt sind, ehe sie gebraucht werden.Daher ist eS gut, wein, man 80 bis 120 Häfen das erstemal verfertigen läßt, unddann jährlich so viel dazu macht, als aufgegangen sind. Das Gebäude mußfolglich Raum für 80—100 Häfen haben, welche alle in einer Häfenkammeraufzustellen sind. Damit man die Luft leicht erneuern , und überhaupt dasGebäude luftig erhalten, auch die verschiedenen Grade der Temperatur hervor-bringen kann, ist es besser, das Gebäude lang und schmal, als kurz und breit,oder vielmehr tief zu machen. Stellt man die Häfen in 3 Reihen und läßtzwischen jeder einen Gang von 5 Fuß, an den beyden iai.gen Wänden desGebäudes aber von 3 Fuß; nimmt man endlich den Raum eines Hafens 3 Fußbreit: so wird die ganze innere Breite des Gebäudes 2; Fuß werden. Stelltman die Hafen in jeder Reihe doppelt übereinander, und allemal 14 StückHäfen auf eiu Gestell, so kann mau 6mal 14 oder 84 Häfen aufstellen, wozu