8s
daß unter verschiedenen Körpern, die wir berühren, und sich doch in einerley Temperaturbefinden, einige uns kalter vorkommen als andere, je nachdem sie den aus unsermKörper ausströmenden Wärmestoff leichter und in größerer Menge fortpstanzen. DieseGrundsätze sind auch auf «ufere Schmelzöfen anwendbar. Die Ofensteine, woraus sieerbancl werden, verschlucken eine große Menge Warmestoff; eö gehört eine ziemlich langeZeit dazu, um sie heiß zu machen; aber die massiven Theile des Ofen» geben auch dieHitze, womit sie durchdrungen wurden, in eben dem Verhältniß zurück, wenn das Feuernwahrend der Verarbeitung des Glases nachläßt. Es ist daher sehr wesentlich, daß manjene massiven Theile dick genug macht, damit sie durch diese Wiedererstattung zu Unter.-Haltung des Wärmestoffs im Ofen beytragen können, welchen man bey gewissen Arbeite»,des Spiegelblaftns, wenigstens zum Theil, bey dem Spiegelgießen aber ganz zuunterhalten nöthig hat.
Wenn der Ofen einmal zu einer beständigen Temperatur (die nicht mehr zunimmt)gelangt ist, so wird diese Dicke vortheilhafr, weil sie die Zerstreuung des Wärmestoffsaufhält. Indessen kann sie unter diesem Gesichtspunkte, doch in ziemlich enge Gränzeneingeschränkt werden, weil der Thon nur schwer den Wärmestoff fortpflanzt. Daherfand man die Temperatur der äußern Seite des 2 Fuß dicken Ofengewölbes, kaum40 Grad höher als jene der umgebenden Luft, während man die Temperatur inwendigim Ofen auf 100OO Grade schätzen konnte. Eben so lassen Backsteine von 15 LinienDicke, kaum den vierten Theil des Wärmestoffs durch, der sie zu drirchbringen strebte.'
Wenn diese Betrachtungen hinlänglichen Grund an Hand geben, die Seitenwandeund das Gewölbe der Oefen sehr dick zu machen, so verdienen sie anf der andern Seite dieernstlichste Aufmerksamkeit, wenn von Arbeiten die Rede ist, die unter Muffeln oder inbedeckten Häfen geschehen; der äußere Theil dieser Gefäße, der von Flamme umgeben ist,kann eine so hohe Temperatur haben, daß er anfängt zu schmelzen, während als dieTemperatur in dem Gefäße kaum hinreichend ist, Glas hervorzubringen. Auch sehen wir,daß alle schönen und dauerhaften Gläser, wozu salzige Flusse kommen, und die eine hoheTemperatur erfordern, in offenen Häfen und bey Holzbrand gemacht werden; daß imGegentheil, wenn man Steinkohlen und bedeckte Häfen zu Abhaltung der das Glasfärbenden rußigen Theile gebraucht, nur weiches Glas gemacht werden kann, wenn man-nämlich blos salzige Flüsse dazu nimmt. Um diesen Nachtheil zu vermeiden, thut manin diesem letzten Falle, statt der bloßen salzigen Flüsse, eine starke Portion metallischer Oxidezu den Glasmaterien, welche diese bey einer weit niedrigern Temperatur in Glaö verwandeln.Dieses ist der Grund, warum die englischen Glashütten, wo man nur Steinkohlenbrennt, eü nie dahin haben bringen können, Spiegelgläser, schönes Tafelglas zuFenstern, selbst Becherwaare von weißem und leichtem Glase, so wie auf dem festen Lande,zu verfertigend Gezwungen, nur bey niedriger Temperatur, in bedeckten Häfen dieMaterien zu weißem Glas zu schmelzen, mußten sie ihre Zuflucht zu den metallischenOxiden nehmen, die keine große Hitze erfordern, um sich zu verglasen. Alles was dieenglischen Glashütten machen können, das kann und wird auch mit mehr Leichtigkeit inden Hütten des festen Landes gemacht; aber die ihrigen müssen uns die Fabrikation der