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1 (1802) Versuch einer ausführlichen Anleitung zur Glasmacherkunst
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iga. 192. und aoo. Mithin ist die Temperatur im Mittelpunkte doppelt so groß, alsjene am Rande oder der innern Fläche des Gewölbes. Man sieht hieraus, mir welcherSchnelligkeit die Temperatur eines Punktes durch Annäherung zum Mitielpunkre, sicherhöhet- Diese Wahrheit wird durch eine täglich vorkommende Erfahrung bestätiget.Wenn man sich von der größeren oder kleinern Fähigkeit, Glas zu erzeugen, einesfeuerbeständigen LauHensalzes, das man mir andern fremden Salzen vermischt vermuthet,versichern will- so stellt man die Probe gewöhnlich in einem Arbeilsloeh, das heißt, amRande oder an der innern Fläche des Ofeiis, an. Bey dieser Stellung muß' man zurVerglasung des Quarzes allezeit eine weit stärkere Dosis Alkali anwenden, als wie imInnern des Ofens; und man nimmt darauf bey dem Materiengemenge zu der Arbeit imGroßen, Rücksicht.

In unsern meisten Oefen ist der Durchmesser eines Hafens beynahe einem Drittheileder Breite des Ofens gleich, folglich erleidet der am weitesten im Ofen befindliche Theildes HasenS eine Temperatur, die nicht viel von jener im Mittelpunkte verschieden ist;diese Einrichtung, die blos der Bequemlichkeit der Handarbeit ihr Daseyn zu verdankenhat, ist also auch in Grundsätzen der Theorie gegründet. 1

1 Der in diesem §. vorgetragene Sah hat in soweit seine Richtigkeit, daß im Mittelpunkte dieHitze verhältnismäßig zu einer gewissen Zeit am stärksten ist; allein der Grund davon scheintmir in dem zu liegen, was ich oben in der Anmerkung zu Z. 5i. gesagt habe Ich werdeunten noch Gelegenheit haben, wahrscheinlich zu machen, das Loyscl die Rechnung aufunrichtige Hypothesen gegründet hat.. Die hier angegebenen Zahlen sind der Rechnung nachzwar richtig, aber eS fehlt viel, das? sie es auch in der Ausübung seyn sollten. Die Tem,peratnr, wie sie die Zahlen vor verschiedene Punkte angeben, findet, wenn sie richtig wären,wahrscheinlich nur einen Augenblick Statt, nämlich nur dann, wenn die Seite,uvände nochnicht mit Wärmestvff gesätkigct sind; ist dieses einmal geschehen, so nähert sich die Tenuperatnr aller Punkte des Ofens, wie ich oben gezeigt habe, immer mehr der Gleichheit,und die Verschiedenheit hört auf. Auch ist die von Loyscl hier angeführte Erfahrungunrichtig: wenn man einen Tiegel in das Arbeitsloch stellt, so schmilzt die eingesetzte Materiedasclost so gut wie mitten in dem Ofen; wenigstens habe ich nie einen bemerkbarenUnterschied finde» können, wenn nur die Wände des OfenS hinreichend grsättiget, und daüArbeitsloch gut genug von außen zugemacht war, daß kein oder nur wenig Wärmestoffentweichen konnte. Eben diese Erfahrung überzeugte mich, 'chaß die Verschiedenheit derTemperatur, in der allmahligcn Mittheilung des Wärmestoffs, nicht aber in den Wirkungender strahlenden Hitze »ach dem von Loyscl angenommenen Gesetz, des verkehrten Ver<häiliiiffcs der Quadrate der Entfernungen, zu suchen se». Ware auch alles dieses nicht, sokönnen obige Zahlen doch wegen der sich alle Augenblicke ändernden Temperatur nicht richtigseyn, weil es unmöglich ist, das Brennmaterial so gleichförmig in den Ofen zu bringen, daßeine gleichfirmtge Temperatur möglich würde.

§ 55 -

Dritter Satz. In einem halbkugelsörmigen Ofen verhalten sich die Grade derIntensität der Wärme in Punkten auf der Achse, die an der Fläche des Gewölbes mf, f, f beS Halbmessers und im Mittelpunkte der Halbkugel liegen, beynahe wie dieZahlen 84 - * 4 *. 150. 149. und 100.