95
ist von der unsrigen verschieden. Er druckt sich in seiner Abhandlung, vom Feuer, beyGelegenheit des Villettschen Spiegels, folgendermaßen aus:
„Wenn man ein Fahrenheitisches Thermometer hat, welches, im Winter aneinen offenen Ort gestellt, 20 Grade zeigt, und man vereinigt mittelst des VillettischenBrennspiegels, die Sonnenstrahlen in einen Brennpunkt, der im Stande ist einenKieselstein in einem Augenblick zn Glas zu schmelzen ; was soll man wohl glauben, daßgeschehen wird, wenn man jenes Thermometer in die Achse des Spiegels 5 Zoll weit vondem Brennpunkte stellt? — Die Erfahrung lehrt, daß er einen Wärmegrad von kaum192 Graden anzeigt u. s. w."
Man sieht, daß das Gesetz der Fortpflanzung der Wärme, welches wir festgesetzthaben, hinreichend ist, um eine genugthuende Erklärung hierüber zu geben, ohne daßes nöthig sey, seine Zuflucht zn andern Hypothesen zu nehmen. 1
Die hier gegebene Formel kann angewendet werden, wenn man die Dichtigkeit derWärmestrahlen bestimmen will, welche in einem Mittel, das keine,?, oder doch sehrgeringen Widerstand leistet, von jedem Punkt der hitzenden Scheibe nach allen Seitenausfließen. Sie ist eben so brauchbar zur Bestimmung der Dichtigkeit des Lichts, weildas Fortpflanzungsgesetz in beyden Fällen einerley ist. Sie kann daher dienen, um sowohldie Wärme als das Licht zu bestimmen, welches die Planeten, nach Verschiedenheit ihrerEntfernung, von der Sonne empfangen.
1 Die hier angeführte Stelle sinder man in Boerhavc Elementis Chemiae. edit. Lips.1752. Tom. 1 . pag. aoö. Dieser Gelehrte giebt einen sonderbaren Grund dieserErscheinung an; er sagt: „Quid si igitur in ignis elementis similis , ant forte major,potestas ingenita dominatnr: fieri utique polest, ut ex aggregatis incredibiliterfacultas increscat, quae in separatis band aderat; adeoque ignem in illo fotoacquirere lange violentiorem limtandi vim a vicinia adunatorum, quam ab ipsacopia, et nninero associatarum partium. Ist sane observatio quam certissimaevicit jam dudum hoc verum esse : si enirn thermoscopium, in aere, frigidissimo,hyberno, meridiano tempore, alat in loco per solem illustrato, ad gradus 20,tumque in foco speculi Vilettiani saxa fornicaria in vitrum deliquescunt ocyssime;quid exspectatis futurum in axe speculi, ad distantiain quinque pollicum ab illofoco? Sane ille ibi calor vix erit 190 graduum : 11t exploratio docuit. Nonneigitur manifeste cernitis, tantam disferentiam a sola condensatione nasci nonpasse, sed necessario oriri debere agitationem in ipsis partibus novam ab comactuproximo.“
IV. Will man aber Rücksicht auf den Widerstand des Mittels nehmen, so ist esgenug, wenn man nur das Gesetz kennt, nach welchem in diesem Falle die Intensitätder Temperatur abnimmt, wenn die Entfernungen von dem brennenden Punkt zunehmen.
Gesetzt, dieser Widerstand verhalte sich, wie irgend eine Potenz n der Entfer-nung , so erhält man d<p = xdx. (P xdx (a 2 -f- x 3 ) ) == x dx (a 2 -f-x 2 ) 2 ' n= xdx (a 2 -f-x 2 ) 7 . Um zu finden, vermehre man nach den Regeln der Integral-