Buch 
1 (1802) Versuch einer ausführlichen Anleitung zur Glasmacherkunst
Entstehung
Seite
105
JPEG-Download
 

io 5

Wärmestrahlen = t im Mittelpunkt der Kugel angenommen. Der Halbmesser ist inzehn Theile eingetheilt, und die /Abstände s.nd von, Mittelpunkt der Kugel an gezähltworden. 1

X Auch hier alle das nämliche, was oben bey der Berechnung der vierten Tafel ist erinnertmorden. Die nach derIorincl gcfundcnr-Zahlcn müssen nämlich durch eine leichte Proportionauf die Temperatur — i im Mittelpunkte reducier werden.

Zusah. I. Schon oben ist gezeigt worden, l) daß die Temperatur der kug-elsörmi§enOefen voll verschiedener Größe, nicht in dem Verhältniß der Halbmesser wachsenkönnen, vorausgesetzt, daß nach Verhältniß der Größe nicht mehr Brennmaterialin einem wie in dem ckNdern verbrennt wird. Denn in dieser Rücksicht kann ineinem großen Ofen allerdings eine höhere Temperatur entstehen, indem in diesemdie Herde gewöhnlich größer sind, also mehr Brennmaterial aus eiunial fassen,folglich mehr Wärmestoff entwickeln können, woran aber der größere Halbmesserkeinen Theil hat. a) Daß die Temperatur in jedem Ofen beynahe gleichföruiigwerden muß, sobald die einschließende ableitende Wände mit Wärmestosshinlänglich gesättiget find, und daß alsdann die nachfolgende Ableitung nichtmehr sehr merklich lst, weil der Thon ei» schlechter Wärmeleiter ist, und derAbgang augenblicklich durch das anhaltende Einwerfen des Brennmaterials ersetztwird. Es fragt sich demnach, warum die Rechnung ein anderes Resultat giebt,folglich in dem vorliegenden Falle unbrauchbar ist? Die Rechnung an sich hatihre Richtigkeit, .eS kann daher der Fehler nur in den Sätzen, worauf sie gebauetist, liegen. Loysel siehet den mit Flamme erfüllten innern Raum des^Osensals eine Masse an, die aus unzählich vielen hihenden Punkten bestehet, derenjeder hitzende Strahlen in gerader Linie nach allen Seiten aussendet, folglichirgend einen Punkt im Innern des Ofens treffen, und auf denselben nach demverkehrten Verhältniß der O.uadrate der Entfernung eines jeden hihenden Punkteswirken. Dieses ist die Hypothese, die er nicht erwiesen hat, und welcher nochüberdieß die Erfahnmg entgegen stehet, wie ich oben an mehreren Stellen gezeigthabe, indem kein so beträchtlicher Unterschied der Temperatur in dem Ofen,'wenner einmal seine vollständige Hitze hat, bemerklich ist, wie die Zahlen angeben.Es ist i) noch nicht ausgemacht, ob eine Masse von Flamme, wirklich aussolchen hihestrahlenden Punkten bestehet, wie Loysel annimmt. Der Versuchmi/zwey in einer Achse stehenden metallenen Brennspiegelu ist bekannt, wo manin einen der Brennpunkte eine glühende scharf angeblasene Kohle, in den andernBrennpunkt aber ein Stück Zunderschwamnt halt und diesen durcl>die refleklirtenHihstrahlen von ersterer entzündet; allein dieser Erfolg hat nicht Statt, wennman statt der Kohle ein hellbrennendes Licht in einen Brennpunkt fetzt, wenigstenshat mir der Versuch mit 18 zollrgen Spiegeln nicht gelingen wollen, die Flammescheint also solche Hitzstrahlen nicht auszusenden, folglich auch nicht aus solchenstrahlenden Punkten zu bestehen. Ucberhaupt ist der Wärmestoff eine elastisch-flüssige Substanz, welche den einnehmenden Raum mit Continrlität erfüllen