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1 (1802) Versuch einer ausführlichen Anleitung zur Glasmacherkunst
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115
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II*

die vollständige Zerlegung der durch denLuftstrom losgerissenen noch ««zerlegtenTheile des Brennmaterials, ohngefähr in der Höhe der Häfen vor sich gehet,folglich anch dort die größte Hitze entwickelt. (Man sehe oben die Anmerkungzu § 42.) Die Erfahrung lehrt, daß dieser Ort iik einem Glasofen, in demRaum zwischen 3 s und 7 Fuß über dem Herde sich befindet, je nachdemnämlich die atmosphärische Luft in dem Augenblick beschaffen ist, und jenachdem das Brennmaterial mehr oder weniger Theile enthält, die nicht gleichin dem ersten Augenblick auf dem Herde zerlegt werden können, wie solchesz. B. bey Holz und Steinkohlen der Fall ist, bey welchen leßtern die völligeZerlegung um ein merkliches weiter von dem Herd vor sich gehet, als beyersterem, und deswegen wird auch der Herd viel tiefer bey Stcinkohlenbrandversenkt als bey Holzbrand. Wenn demnach ein Hafen 30 Zoll hoch ist, somüssen bey Holzbrand die Bänke eine Höhe von wenigstens 24 und höchstens36 Zoll, bey Steinkohlenbrand aber wenigstens 32 und höchstens 48 Zollhaben, je nach der Qualität des Brennmaterials. Da nun die Arbeitslöcherdem oberen Rand der Häfen gleich stehen; so findet mäü bey obiger Höhe derHäfen, die Höhe der oberen Ausgänge über dem Herde bey Holzbrand zwischen54 und 66 Zoll, bey Steinkohlenbrand aber zwischen 62 und 78 Zoll. Nungiebt es aber noch zwey Mittel diese Höhe zu vergrößern: man kann nämlicherstlich die Oeffnungen, welche aus dem großen Ofen in die Nebenöfen gehen,noch r Fuß höher als die ArbeitSlöcher legen; und zweytenS kann man vorjedem Arbeitsloch einen Schornstein aufführen, dem man jede beliebige Höhegeben kann. Dieser Schornstein verschließt zwar die Arbeitslöcher, alleinman kann unten eine hinlänglich große Oeffnung anbringen, welche währendder Arbeit offen, während dem Schmelzen aber mit einer Platte zugemacht ist.Alsdann ist der oben bemerkte Unterschied der Luftsäulen gleich der Höhe, umwelche die obere Oeffnung des Schornsteins über dem Herd erhaben ist, undwelche 12 — 20 Fuß betragen kann. Auch können diese Schornsteine wie zuMontcenis in Burgund zwischen zwey Arbeitslöchern angebracht werden, dadann noch eine besondere kleine Oeffnung zwischen den Arbeitslöchern in demGewölbe sich befindet. Endlich erreichen die Engländer den nämlichen Zweckdurch die Form und Bauart ihrer Hüttengebäude: sie pflegen nämlich um denOfen einen kreisrunden Platz abzustecken, der groß genug ist, um die erforder-lichen Arbeiten darauf vorzunehmen. Ueber diesen Kreis führen sie ein kegel-förmiges Gebäude von Stein 60 bis ioo und mehr Fuß hoch auf, welches obensich in eine Oeffnung von 4—6 Fuß endiget. Unter dem Ofen ist eingewölbter Gang angebracht, durch welchen die Luft in den Herd streicht;werden nun die Thüren an dem Hüttengebäude soviel als nöthig ist, zugehalten;so wird jener Unterschied der Luftsäulen der ganzen Höhe des Gebäudes gleich.Man sieht also, daß man es, wenn man keine Kosten scheuet, so ziemlich inseiner Macht hat, eine jede beliebige Stärke des Lliftzngs, folglich auch derHitze, hervorzubringen, und jeder Glashüttendirektor muß wissen, welchen