den Nachtheilen der Jahrszeit zu Hülfe kommen kann. Im Allgemeinen abermuß man allezeit doppelt soviel Oefen haben, als man während des Laufs einesJahres mt Feuer erhalten kann. Eine Ausnahme von dieser Regel findet nurdann Statt, wenn man mit so guten Materialien versehen ist, daß man Oefenbauen kann, die 16— i8 Monate betrieben werden können, ohne großen Schadenzu nehmen. Man siehet leicht, daß man in diesem Falle immer zwey Oefenbetreiben kann, und nur einen zur Reserve braucht. Wer endlich nicht Brenn-material genug hat, um einen Ofen das ganze Jahr im Feuer zu erhalten, sondernallenfalls nur 6 bis 7 Monate, der kann mit einem Ofen auskommen, doch aberwird ein zweyter Ofen desto nöthiger, je kürzer hierbei) die Bau - und AuZbesse-rungszeit ausfällt. Jedoch kommt hierbei) auch sehr viel auf die Bauart an.Wer seine Oefen mit Sandsteinen, oder mit getrockneten und gebrannten Thon-steinen bauet, ist gewöhnlich damit in wenig Wochen fertig; das Abtrocknengeht geschwind von statten, und seine Bau- und Ausbesserungizeit fallt kur«a„S; der Ofen kann also bald wieder in Gaiig komnien, und man braucht wenigerSchmelzöfen, als in dem Falle, wo mau mit weichen Steinen bauet.
Loyfel lehrt zwar §. 34. daß in einer Hütte nicht mehr als ein Schmelzofenseyn dürfe, wenn derselbe von weichen Steinen erbauet wird, weil er fürchtet,daß die zu große Hitze da§ Austrocknen zu sehr beschleuniget und Risse verursacht.Unterdessen hat mich eine 14jährige Erfahrung belehrt, daß bey Anwendung vonnur geringer Aufmerksamkeit, di»se Furcht ganz ungegründet ist; man kann durchübergebreitete feuchte Tücher, durch vorgestellte Schirme rc. die Wirkung desbrennenden Ofens, auf den neu zu bauenden immer so mäßigeiz, baß nicht nurkein Schaden, sondern sogar wahrer Nutzen daraus entstehet: denn man istMeister, die Temperatur ziemlich gleichförmig zu erhalten, welches der Fall nichtist, wenn nur ein Ofen in der Hütte stehet, wo man mit der sehr veränderlichenTemperatur der Atmosphäre vorlieb nehmen muß, die dann bald zu stark, baldzu schwach, ja bisweilen sogar negativ (bey sehr feuchtem Wetter) auf das Aus-trocknen wirkt. Man kann also ohne Bedenken mehrere Oefen in eine Hüllesetzen. In dem §. 43. will Loysel auch in dem Falle nur einen Ofen in derHütte haben, wenn dieselbe keinen unterirdischen Kanal hat, aus Furcht, esmöchte die zuströmende Luft verdorben werden. Allein das hat gar nichts zusagen: mau muß nur die Oefen nicht der Länge nach, wie gewöhnlich, in derHütte anbringen, sondern es so einrichten, daß einem jeden Herde eine Thüregegenüber stehet. Ueberhanpt fällt diese Besorgniß in solchen Hütten gänzlichweg, die zwar zwey Oefen enthalten, von denen aber immer nur einer im Gangeist. Wenn man endlich nicht alle Waaren, die mit einem Ofen in einem Jahreverfertiget werden können, in eben dieser Zeit absehen kann, so würde man nichtwohl thun, wenn man einen Ofen beständig fortgehen lassen, und die Magazineohne Noch anfülle» wollte. Wer also in diesem Falle sich befindet, der hat miteinem Ofen genug: er lasse denselben solange gehen, als er gute Dienste thut.