man macht also jeden Tag nicht mehr Steine, als nach 8 Tagen, in einem Tagverarbeitet werden. Sollte aber in der Zwischenzeit sehr feuchte Witterung ein-fallen, so läßt man die Steine lieber ein Paar Tage länger liegen, ehe man sieverarbeitet: denn es kommt alles darauf an, daß die Steine, wenn sie verarbeitetwerden, einerley Grad von Feuchtigkeit haben; dann wird auch das Schwindengleichförmig vor sich gehen, und nicht so viele Risse entstehen.
Bey dem Bau selbst hat man verschiedene Werkzeuge nöthig, welche mankennen muß. Sie sind folgende:
1) Ein starkes Messer, um Steine zerschneiden zu können.
2) Einen Planiermeisel für ebene Flächen, Fig. 46. Dieses Instrument
siehet so ziemlich einer Feuerschippe in der Küche ähnlich, nur ist es stärkerund seine Schneide gut verstählt.
3) Ein dergleichen für cylindrische Flächen; dieser unterscheidet sich blos dadurch
von den vorhergehenden, daß seine Schneide nach einem Kreisbogen von4 — 5 Zoll Halbmesser gezogen ist. Fig. 47. 48.
4) Ein Schneideisen, dergleichen sich die Fleischer bedienen, um ihre Hack,
breiter abzuziehen. Fig. 49. 50. Es dienet zum Verputzen der innernFläche des Gewölbes, der Arbeitslöcher, u. s. w.
5) Verschiedene Bläue! von gutem Buchenholz. Nämlich : einen mit einer
ebenen Bahn, 16 Zoll lang, z — 4 breit, 2 dick; einen mit einercylindrischen, oder vielmehr abgestumpft konischen Bahn, für die Arbeits,löcher und Ecken; endlich einen mit einer bogenförmigen Bahn für dasGewölbe. Sie haben die Gestalt wie Fig. 21.
Hat nun der Maurer das Fundament, welches die Abzüchte enthält, gehörigfertig gemacht, und die Zwischenräume, so wie oben angegeben worden, mitSchlacken und alten Ofenstein stücken ausgeschlagen; so macht man nun den Anfangdamit, daß man den Fundamentstein ab. Fig. 61. legt. Dieser muß glattbehauen seyn und vollkommen seßwaagig liegen. Seine Unterlage sind fest zusam-mengeschlagene alte Ofen stein stücke, auf welche man einen Mörtel von der Kom-position der Ofensteine, der die Konsistenz eines steifen Breyes hat, 2 Fingerhoch aufträgt, und dann den Fundamenlsiein darauf legt, damit dieses allesleicht vonstatten gehe; so ist es gut, wenn man seine untere Fläche ebenfallsglatt, und mir der Oberfläche parallel beha«t. Man merkt nun auf diesemFundamentstein den Mittelpunkt c des Ofens an; ziehet durch diesen Punkt, derLänge nach parallel mit den langen Seiten des Steins, eine Linie ab» und mitdieser unter rechten Winkeln eine andere de. Damit sich diese Linien nicht ver-wischen, haut man sie etwas mit einem Steinmeisel ein. Ich nenne diese Liniendie Normallinien des Ofens, weil von ihnen ab alle Maaße des Ofens getragenwerden. Mlt ab parallel ziehet man auch die Linie kg 5 g. und hauet sie ein*