vordereTheil starker gebrannt als der Hintere: also ziehet sich jener auch mehr zusam-men, und dieBankwirdhierniedriger; ohne jene Vorsicht würde sie also einen Abfallnach der Mitte des Ofens bekommen, die Häfen würden ihre Mündung von denArbeitslöchern abkehren und das GlaSaufnehmen erschweren. Eben so ist es sehrgut, wenn man alle scharfe Ecken im Ofen wegschneidet und abrundet, denn dasFeuer greift sie eben wegen ihrer Dünne am stärksten an.
Das Mauerwerk von rauhen Steinen oder Backsteinen, an der Brustmauerund den Nebenöfen, wird nicht eher angefangen, bis der Ofen meistens trockenist, denn er würde hinter diesem Gemäuer schlecht trocknen. Bey Erbauung derNebenöfen die ganz, so weit sie dem Feuer ansgeseht sind, mit Backsteinen undLehmmörtel gemacht werden, brauche ich mich nicht aufzuhallen, ein jeder Maurerkann das machen; auch ist so große Sorgfalt nicht nöthig, weil ihre Temperaturnie sehr hoch steigt, sie also wenig zu leiden haben; der Maurer darf sich alsoblos nach dem vorgelegten Riß richten.
Nun ist aber noch ein Punkt übrig, den ich, wegen seiner Wichtigkeit, nichtmit Stillschweigen übergehen darf. Loysel schlägt oben §. 34. vor, dasGewölbe mit einer dreyfachen Decke zu bekleiden, nämlich eine von Thonerde,die zweyte von Backsteinen, und die dritte 5 — 6 Zoll dick mit einem Mörtelvon Lehm und gehacktem Strdh, welches alles zusammen eine Dicke von 15 bis18 Zoll ausmachen muß. Es hat ihm nicht gefallen, über diese Sache irgendelnen erheblichen Grund anzugeben; aus dem Vorhergehenden aber läßt sichschließend daß er damit die Entweichung des Wärmestoffs zu verhindern, beab-sichret. Allein dieser Zweck wird gewiß nicht erreicht, und wenn er es würde,so trägt eine solche Bekleidung sehr viel zum baldigen Ruin des Gewölbes bey;eine Sache die weit wichtiger ist, als das Verbrauchen einiger Klafter Holz mehroder weniger. Obgleich Loysel die Vernunft und das Zeugniß seiner Lands-leule gegen sich hat; so wollte ich mich doch durch eine direkte Erfahrung über-zeuaen. Ich bemerkte daher bey einem Ofen ohne Bekleidung die Schmelzzeiten,dieMenge des während derselben aufgehenden Holzes, vorzüglich aber die Zeit,in welcher der Ofen nach der Arbeit wieder zu der nöthigen Hitze gebracht wurde.
Nach dreymonatlichem Gang war der Ofen noch in vollkommen gutemStande, das Gewölbe hatte keine Risft. Nun wnrde eine Bekleidung nachLoysels Vorschrift gemacht; der Erfolg war folgender. In den Schmelzeitenan sich und dem Holzverbrand war kein beträchtlicher Unterschied, den Ofen abernach der Arbeit wieder heiß zu schüren, erforderte lZ Stunde längere Zeit alsvorher, folglich auch einen größer» Holzverbrand; das Schlimmste aber war,daß der Ofen nach 3 Wochen einen Zoll weiten Riß, von einem Schürloch zumandern, bekam. Dieser wurde zwar ganz gut wieder zugemacht, allein alleSteine des Gewölbes lößten sich auf 4 — 5 Zoll tief, so ab, daß sie unteni Zoll von einander stunden; es entstanden Tropfen ohne Zahl, und eö war