*53
ganze Loch bedecken, wenn man sie dicht wider dasselbe siellet. Um nun demFlammenausgang die nöthige Größe zu verschaffen, so ruckt man die Platte, soviel nöthig, von dem Loche ab, und lehnet sie oben wider einen kleinen BallenLehm von gehöriger Dicke Fig. 74. Hierdurch kann man die Oeffnung nachGefallen vergrößern, welches mit den andern Platten nicht Statt findet; auch wirddas unmittelbare Eindringen der Lnft in die Arbeitslöcher verhindert, und derausströhmende Feuerstrohm, der hier erst wider die Platte, und von da seitwärtsabprallet, verliert im Loche auch nicht soviel von seiner Intensität, als wenn erungehindert gerade heraus ströhmet. Auch kann man auf diese Weise das O.ua-dratmaaß dieser Oeffnungen noch am besten bestimmen: denn die Oeffnung vorjedem Arbeilsloche ist einem Parallelogramm gleich, dessen Basis dem rundenUmfang der Platte, seine Höhe aber dem Abstand der Platte vom Ofen gleichist.
Eben so bestimmt man die Größe der Luftzugänge am leichtesten durch dieErfahrung : man macht sie Anfangs groß genug, und verkleinert sie fo lange, bisman den rechten Punkt getroffen hat. Ohnehin, wenn alles recht genau genommenwird, so dürfen diese Größen sich nicht allezeit gleich bleiben. Zu Anfang derSchmelze, wo die meisten Dünste entstehen, müssen sie etwas größer als später-hin seyn; eben so verhält es sich, wenn bisweilen das Holz nicht vollkommentrocken seyn sollte, u. s. w. Ist nun alles dieses in Ordliung, so ist das erste dasAuswärmen des Ofens. Dieses muß sehr vorsichtig geschehen, wenn es keinebeträchtliche Risse geben soll. Man macht anfänglich 5 — 6 Fuß von jedem Schur-loche entfernt, ein mäßiges Feuer an, rückt dasselbe nach mehreren Tagen demSchürloche immer näher; wenn man merkt, daß der Ofen schon einige Wärmeangenommen hat, so thut man von Zeit zu Zeit glühende Kohlen in die Grube;endlich macht man das Feuer in die Schürlöcher, feuert aber noch immer mitgrobem Holz; nach einiger Zeit seht man die Verwände ein, feuert mit kleinemHolze, und bringt auf diese Weise den Ofen in die volle Hihe. Je besser derneue Ofen ausgetrocknet war, desto schneller gehet das Aufwärmen vor sich, sodaß man in 14 Tagen bis 3 Wochen damit fertig wird. Ist aber der Ofen nichtgehörig trocken, so gehet es langsam her, so daß oft mehrere Monate nicht hin-reichen. Deswegen fange man allzeit zeitig im Frühjahr an zu bauen, undbrauche den Ofen erst das folgende Jahr, so wird er hinlänglich trocken seyn.Bemerkt man nach dem Aufwärmen keine Risse in dem Ofen, so ist es nichtnöthig, ihn wieder abfallen zu lassen, sondern man bringt die Häfen sogleichhinein, und fährt mit der Arbeit fort. Zeigen sich aber Risse, so müssen alleOeffnungen des Ofens sorgfältig zugemacht, und verschmieret werden, damit keineLuft eindringe; so läßt man ihn stehen, bis man zur Noth hineinkriechen kann.Man macht einen Mörtel von Ofensteincomposition, seht demselben ß gebrannteOfenerde, und klein gehacktes Werg (Abfälle von Flachs) zu. Vermittelsteines hölzernen Meißels stopft man alle Riffe mit diesem Mörtel fest aus, läßtden Ofen wieder angehen, und schnürt ihn heiß. Dieses ist Dantics Methode,