Buch 
1 (1802) Versuch einer ausführlichen Anleitung zur Glasmacherkunst
Entstehung
Seite
154
JPEG-Download
 

die weit besser als desLoysel seine ist; denn der von ihm vorgeschlagene Thonbreywürde schwinden, sich ablößen, und wieder aus den Rissen herausfallen. Eslassen sich auf die erst angezeigte Weise Risse in dem Gewölbe, die j Zcll weitsind, recht gut zumachen, und der Ofen thut dennoch gute Dienste. Jsi diesesalles in Ordnung, so kommt nun die Reihe an das Häfeneinbringen. DieseOperation ist an den meisten Orten so schlecht veranstaltet, daß es Mitleiden erregt;die armen Arbeiter tragen den glühenden Hafen mit Stangen auf dem Rückenan das Schürloch, schieben ihn ein, reißen ihn mit Haken auf die Bänke, stehenschreckliche Hitze aus, und richten manchen Hafen zu Grunde. Ich will hiereine bessere Methode beschreiben, die so einfach ist, daß man sie sogar ohneZeichnung deutlich machen kann. Es ist beynahe eben dieselbe, welche Allutangiebt. Man hat folgende Werkzeuge nöthig.

i. Einen Wagen. Fig. 72. 73. Dieser bestehet aus der eisernen Gabel ab; dieseist in den hölzernen Hebel c ä befestiget, bey e gehet ein Loch durch die Gabelund den Hebel, durch welches und die darunter liegende eiserne Achse derSpurnagel gehet, doch so, daß die Achse keineswegs an dem Hebel fest ist,auch sich frey um den Spurnagel bewegt. Die Räder, am besten ganz vonEisen, weil hölzerne nahe am Schürloche leicht verbrennen, müssen so hochseyn, daß die Achse so hoch liegt, als der Anfang des Gewölbes der Schür-löcher. Bey dem Gebrauche fassen zwey Arbeiter jeder ein Rad, und bewegenden Wagen fort, welches nach jeder Richtung geschehen kann, weil die Achseum den Spurnagel beweglich ist. Sechs Arbeiter fassen die Griffe 1.1.1.und der Hüttenmeister dirigirt den Ring bey <1. Ferner wird erfordert

r. Eine 10 —12 Fuß lange eiserne Stange, die vorne gabelförmig gespalten ist.

3. Zwey eben so große Stangen, die vorne hakenförmig umgebogen sind.

4. Eine dergleichen starke Stange, deren Haken aber bis 2 Fuß lang seyn muß.

5. Em starkes Hafeneisen Fig. 23. 12— 14 Fuß lang, am Haken 3 Zoll breit,

2 Zoll dick; letzteres braucht man, wenn die Häfen oben einen eingebogenenRand haben, ersteres aber, wenn der Rand gerade ist.

6. Eine eben so lange, etwas krumm gebogene Stange, die als ein Hebel dienet.

7. Ein kurzes Eisen, welches vor das Mundloch des Aufwärmeofens in die daselbst

befindliche Haken so hoch gelegt wird, daß es beynahe dem oberen Rande deöauf die Seite gelegten Hafens gleich stehet. Dieses vorausgesetzt, so geht nundie Operation folgenden Gang.

a. Der Hafen stehet in dem Aufwärmaofen auf drey Backsteinstücken, davoneiner gerade vor dem Mundloch des Ofens liegt. So kann auch die Hitzeden Boden des Hafens erwärmen. Ein Arbeiter stemmt das WerkzeugN°. 2. gegen den obern Theil des Hafens, drückt ein wenig, so hebt sichder Hafen, und ein anderer schiebt mit einem Haken N°. 3. das Backstein-