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1 (1802) Versuch einer ausführlichen Anleitung zur Glasmacherkunst
Entstehung
Seite
156
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Hier ist das Eisen N°. 4. in dem Hafen, das kann ihn an sich ziehen, abernicht heben. Dieses gehet gut, so lange der Mittelpunkt der Schwere desHafens, noch nicht über der Bank ist; dann aber fahrt ein Arbeiter durchdas dem Hafen zugehörige Loch, mit dem Eisen N°. 6. zwischen den Hafenund die Brustmauer des Ofens, so kann er den oberen Theil des Hafensetwas von der Brustmauer abdrücken; zugleich ziehet das Eisen N°. 4.,und die Wagengabel operirt gerade so wie im ersten Falle. Wenn nun derBoden des Hafens durch das Seirwärtsheben der Gabel sich auf der Bankanstemmen will, so lüftet ihn das Eisen N°. 6. etwas, und N°. nebstder Seitenbewegung der Gabel, schieben ihn auf die Bank an Ort und Stelle.So wird ein Hafen von 14 Kubikfus Innhalt in 5 Minuten, ohne alleGefahr und Beschwerde, an seinen Ort gebracht. Bey sehr kleinen Häfensind diese Umstände nicht nöthig, die kann ein Arbeiter mit einer Stange,oder krelsförmigen Zange, leicht hintragen wo er will. Das Ausbringender alten Häfen aus dem Ofen geschiehet durch die nämliche Operation, nurist ihr Gang der eben erzählten gerade entgegengesetzt; auch müssen die altenHäfen, erst wenn der Ofen noch volle Hitze hat, durch die Aufbrechlöcheraufgebrochen, und unterlegt werden, damit sie sich hernach leicht ablösenlassen. Enthält ein alter Hafen noch etwas Glas, so kann man ihn leichtüber den Waffertrog fahren, und da ausgießen.

Die weitere Bedienung des Ofens begreift die Arbeit des SchürerS. Dieserist in Glashütten eine Hauptperson, und ein treuer und fleißiger Schürer istein sehr schätzbares Gut. Wenn die Fabrikation anfängt schlecht zu werden,so darf man unter fünf gewiß viermal annehmen, daß der Schürer Schuldhabe. Hält er seinen Ofen während der Schmelze nicht in gleicher Tempe-ratur, so ist das Glas unlauter und giebt schlechte Waare. Er muß nichtmehr und nicht weniger Holz einwerfen als nöthig ist: ersteres giebt Rauchund erstickt die Flamme, letzteres schafft nicht Hitze genug; er muß ingleichen Zeiten gleich viel Holz einwerfen, dadurch wird die Gleichförmigkeitder Hitze bewirkt. Wie sich aber Zeiten und Holzmengen verhalten müssen,solches ist sehr leicht durch eine direkte Erfahrung auszumitteln; dieseeinmal festgesetzt, muß sich der Schürer genau darnach richten. Ferner hater für die Reinigkeit der Herde, der Roste, und des Afchenfalls zu sorgen.Die Asche auf den Herden schmilzt bald, seht Schlacke auf dem Herd,diese verhindert oder erschwert das Einbringen der Häfen, und den Luftzug»so oft der Schürer Schicht hat, ist er schuldig, die Herde mit eisernen Meißelnzu reinigen. So geschiehet diese Arbeit alle 6 Stunden, und die Herdeversehen sich nicht leicht.

Ferner gehöret zur Bedienung des Ofens eine sorgfältige Aufmerksam-keit auf den Zustand der Häfen; wenn Glas in den Ofen kommt, so istdieses schädlich, wegen der verlohrnen Masse, und wegen der Dauer des