9. Mes, was ich nun in diesem Zusah über die Schmelzöfen gesagt habe, wird mi,dem, was L oy sel darüber vorkragt, hinreichend seyn, um sich einen vollkommendeutlichen Begriff von ihrer Struktur zu machen, und erst, nachdem man dieseerlangt hat, ist mannn Stande, dasjenige zu verstehen, was nun noch üb«die Berechnung eines Ofens, und die Verhältnisse seiner Theile, gesagt werdensoll. Loysel giebt oben §. 46. verschiedene, durch seine Erfahrung als guibefundene Data an, wornach man die Verhältnisse der Theile berechnen kann.Da aber noch hierbey verschiedenes willkührlich angenommen werden muß, undmeine Leser, denen dieses Buch zunächst bestimmt ist, es mir Dank wissen werden,wenn ich alles, so viel in meinen Kräften stehet, deutlich zu machen suche,was Loysel hier, so wie an mehreren andern Orten, mit einem halbdurchsich-tigen Schleyer bedeckt; so will ich eine vollständige Berechnung nach diesen Datiehieher sehen, und annehmen, daß von einem viereckigten Ofen die Rede sey,dessen Länge seiner Breite gleich ist.
a) Diese Oefen enthalten nach der besten Einrichtung 6 Häfen, und da der Kubik-
inhalt aller Häfen — 86 Fuß ist, so wird einer — 14s Kubikfnß, oder24768 Kubikzoll Raum einnehmen. Nimmt man ferner mit Loysel an, daßder große Durchmesser des Hafens der Höhe gleich sey, so dienet die oben
768 8
gegehene Hafenformel a = \s um den Durchmesser zu finden. Man
findet in gegenwärtigem Fall a = 32 Zoll beynahe, das giebt mit 3 multipli-rirt, weil z Häfen neben einander stehen, yüZoll, oder 8Fuß für die Weitedes Ofens.
b) Nun bestehet der innere Raum des Ofens erstlich aus dem Raum zwischen den
Häfenbänken, ich nenne ihn den Gruben räum; zweykens aus dem Raumüber den Bänken bis an die Arbeitslöcher, oder auch etwas weiter herunter,wenn das Gewölbe tiefer angeseht, und dieses zum bequemen Stand derHäfen, vor jedem Arbeitsloche ausgeschnitten ist; ich nenne ihn den Häfen-räum; und drittens aus dem Gewölberaum, welcher nach Loysels Ver-langen halbcirkelförmig ist, hier aber eine quadratförmige, der Weite desOfens gleiche, Grundfläche hat, folglich ein sogenanntes Klostergewölbe bildet.Der Schürlöcherraum liegt ausserhalb des Ofens, gehöret also nicht hierher.
0) Der Grubenraum ist ein Prisma, das zur Grundfläche die Figur mnopFig. 10. Taf. 1., die Weite des Ofens aber zur Höhe hat; da die Bankbreiledem Hafenboden plus der halben Differenz der Durchmesser gleich ist, also hier30 Zoll, so ist die obere Weite des Grubenraums — 36 Zoll, seine unteregewöhnlich 16, seine Höhe 28 Zoll. Das giebt den Inhalt dieses Raums —40s Kubikfuß.
(1) Die Grundfläche des Gewölbes ist ein Quadrat, das die Weite des Ofens zurSeite, also 8 Fuß hat, dessen Inhalt folglich 64 □ Fuß macht; seine Höhe