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1 (1802) Versuch einer ausführlichen Anleitung zur Glasmacherkunst
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Bisweilen sind sie kreisrund; diese sind gut, wenn sie nicht z„ groß sind,doch kommt der dem Feuerherd entgegengesetzte Theil des Ofens jn weil davonhinweg, und die ohnehin schon mühsame, doch nöthige Bearbeitung der Materienach der Breite, wird noch beschwerlicher. Man hilft zum Theil dadwch §b,daß man den Herd in das Gewölbe legt; allein dadurch gewinnt man sl nder Höhe des Gewölbes. Ich habe mit sehr gutem Erfolge die Flache des Lftnsovalförmig genommen, den Herd beynahe so lang als die lange Achse, dieHöhe nach der kleinen Achse gerichtet, und dennoch den Herd in das Gewöbegelegt; dadurch erhielt ich eine gleichförmigere Hitze, eine gute Cirkulation de>Flamme, und mehr Leichtigkeit bey der Bearbeitung. Es verstehet sich übrigensvon selbst, daß dieses von großen Oefen nur gilt, bey kleinen erhielt es dasAnsehen des Gesuchten.

Man soll keinen Sand in diesen Oefen kalciniren, um ihn zu reinigen, eskönnte was zurückbleiben, und die Glasmaterie verderben. Hierzu bediene mausich eines alten abgängigen Frittofeus, den man hierzu stehen laßt, oder einesHäfenofens des Schmelzofens.

Der innere Bodenraum des Ofens wird mit, auf die hohe Kaute gestellten,sehr scharf gebrannten gemeinen Backsteinen bestellt, wenn man gemeines Glasmacht. Oft geschiehet es auch bey feinem Glas, aber Mit Unrecht; oft hängt sichdie Materie etwas an, und das kann bey dem größte,, Fleiße nicht allemal ver-mieden werden; bey dem Loßstoßen hebt sich etwas von der Fläche auf, und dieMaterie wird verunreiniget. Besser scheint es nach Alluts Vorschlag, Steinevon Gußeisen, so große wie Backsteine, eben so wie diese, einzulegen, oderlieber von 4 Quadrats»'p und 2 — 2^" dick, welches »vohlfeiler ist und nicht soviel Fugen giebt. Ein solcher Kalcinirherd muß gelegt »verden , ehe das Gewölbeangefangen wird, sonst dürfte es später, »vegen der runden Figur des OfenS,Schwierigkeit haben. Das alles ist z»var gut und dauerhaft, aber sehr theuer;deswegen habe ich es noch nie nachgemacht. Bey Auftnerksamkelt und einemkleinen Handwerksvortheilchen, habe ich mich bisher ganz gut befunden. DiesesVortheilcheu bestehet darin, daß ich das erste Mal einen Daumen hoch Materierecht eben über den Kalcinirherd ausbreiten lasse, dann starkes Feuer gebe, undso lange damit fortfahre, bis die Materie festsitzt. Wenn nun wieder Glas-materie kalcinirt ist, so »vird sie bis auf diesen Ueberzug herausgezogen, und eskommt nichts Unreines dazu. Nur müssen die Arbeiter sich hüten, daß nichtbey jedem Kalciniren, wieder frische Materie sitzen bleibt, »vodurch Unebenheitenentstehe», die »veggebrochen werden müssen, und dieses verdirbt wieder die ersteAnlage. Diese im Ofen sitzen bleibende Materie ist deswegen nicht ganz verlohren,bey der jährlichen Reparatur des Ofens wird sie ausgeschlagen, und kann andernGemengen zu schlechtem Glas beygemischt werden.

Ich gebe hier blos die Zeichnung eines länglichrunden Ofens, »veil diekreisrunden in nichts als in der Figur unterschieden sind; auch habe ich die

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