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1 (1802) Versuch einer ausführlichen Anleitung zur Glasmacherkunst
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vor, so ist es ein doppelter Kalciniroftu. Allut seht dk Vorzüge dieses Ofens vorden einfachen darin, daß man i) zwey Fritt auf einmal machen könne, das kannman in zwey einfachen ebenfalls. 2) Daß sehr viel Holz ersparet werde, indemein doppelter Ofen kaum ein Drittheil mehr Brennmaterial erfordere als eineinfacher. Etwas mag ersparet werden, aber die Arbeit geht auch zuverläßiglangsamer vonstatten, vorzüglich aber wird man nicht im Stande seyn, dieTemperatur in beyden Kalcinirherden gleich groß zu erhalten ; ein Luftzug, dieLage des Holzes im Feuerherd, eine nicht wohl zu vermeidende Irregularität desGewölbes, welche die Flamme ungleich theilet, verursachen, daß die Flamme inden einen Herd stärker als in den andern schlägt. 3) Daß man zur Bedienungeines einfachen Ofens z Arbeiter, zu einem doppelten aber nur 4 Arbeiter brauche,daß man also f an Brennmaterial, f an Arbeitslohn, und das Doppelte an Zeitspare. Wie aber hierbey an Arbeitslohn gesparet werde, sehe ich nicht ein;denn jeder Kalcinirherd erfordert seinen Mann; oder sollen beyde durch einenMann versehen werden, so erfordert das noch einmal so viel Zeit,' und wenndieses auch nicht wäre, so können zwey einfache Oefen so nahe au einander gebauetwerden, daß ein Arbeiter vor beyden arbeiten kann. Ich halte es für besser,einfache Frittoftn ?« haben, und deren so viele anzulegen, als es die Fabricarionerfordert, und tnese muß schon sehr ins Große gehen, und mehr als einenSchmelzofen beständig im Gang erhalten, wenn man mehr als eirtjen Frittoftnnöthig haben sollte; denn auf einem l2füßigen Herd kann man in 24 Stunden28 30 Cln. Materie, wenn sie nicht gar zu unrein ist, kalciniren. Bisweilen

hat mau auch nur so viel Materie zu kalciniren, als ein Kalcinirherd faßt, indiesem Fall- kann man den doppelten nicht brauchen, wenn man nicht die eineHälfte umsonst heizen will: mit einfachen Oefen aber ist man hierbey in keinerVerlegenheit.

5. Von Strecköfen.

Diese Art von Oefen dienen, Glaser von cylindrischer Gestalt, in eineebene Tafel zu verwandeln.

Man hat zweyerley Arten derselben, die in ihrer Struktur etwas verschiedensind. Entweder kommt der auszustreckende gläferngCylinder Heiß oder kalt in denOfen: das erste hat bey geblasenem Spiegelglas, das andere bey FenstertaselglasStatt; für jeden Fall muß der Ofen besonders eingerichtet seyn, nämlich derlohte bekommt noch eine Einrichtung zum langsamen Wärmen der Cylinder, diesonst zerspringen würden. Ihre Größe dem Flächeninhalt des Streckherdes nach,richtet sich nach der Größe der Tafeln, die gestreckt werden sollen; ihre Höhe abermuß so seyn, daß sie mit der kleinsten Menge Brennmaterial den erforderlichenGrad von Hitze geben, das heißt, man macht das Gewölbe nicht höher, als esseine Dauerhaftigkeit erfordert. Wenn man nebst kleinen auch sehr große Stieget,das ist, von 1; bis auf 70 Zoll blasen läßt, so muß man mehrere Sirecköfenvon verschiedener Größe Haben, denn es würde nicht vorkheilhaft seyn, in großen

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