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1 (1802) Versuch einer ausführlichen Anleitung zur Glasmacherkunst
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187
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beständigen Laugensalze, sind Ursache, baß sie die Hauptmaterien, aus welchen Glasgemacht wird, in alle» unsern Glasfabriken geworden sind.

Von der Kieselerde.

§. 61.

Die Kieselerde ist häufig in und auf der Erde verbreitet. Man findet sie in dichtenMassen, die am Stahl Feuer geben, unter der Gestalt des Sandsteins, Quarz, Kiesel-steins, von welchem sie den Namen hat, der durchsichtigen Krystallen, die man Berg-krystalle nennt; endlich unter der Gestalt des Sandes, wo sie in kleine Theile zertheiltist. Dieser letztere wird vorzüglich zu Glaskompositionen gebraucht; und wenn manSandstein, Quarz oder Kieselstein hierzu anwenden will, so muß man diese entwedervermittelst schwerer Hammer, wenn sie nicht sehr hart, und leicht verreibbar sind, oderdurch glühen, und ablöschen in kaltem Wasser, wodurch sie zerspringen, und zwischenMühlsteinen zerrieben werden können, in Sand oder Pulver verwandesn.

Die reine Kieselerde ist weiß von Farbe; sie wird weder vom Wasser, noch von denSäuren, außer der Flußspatsäure, angegriffen. In dem stärksten Schmelzfeuer ist siebeständig, schmilzt nicht, und verliert nichts am Gewichte.

Auf dem trocknen Wege lößt sie sich in schmelzendem feuerbeständigen Laugensalz mitAufbrausen, und in größerer oder kleinerer Menge, auf, je nachdem der Feuersgradbeschaffen ist, dem mau sie aussetzt. Wenn diese Auflösung zwey bis drey Theile Langen-salz gegen einen Theil Kieselerde enthält, so lößt sich diese Masse in Wasser auf (dieseAuflösung nennt man Kleselfeuchtigkeit), und man kann die Kieselerde mit allen Säuren,selbst der Kohlensäure, daraus niederschlagen. Diese niedergeschlagene Kieselerde kannauf dem nassen Wege durch reines, von Kohlensäure freyes, feuerbeständiges Laugensalz,von neuem aufgelößt werden. Wenn man in einem zu vollkommener Auflösung hin-reichenden Feuer (etwa bey ZOOO Grad Reaum.) gleiche Theile Laugensalz und Kiesel-erde (Quarz oder Kieselsteine) schmelzen läßt, so erhält man ein reines, durchsichtiges,gleichartiges, ungefärbtes Glas, in dessen Zusammensetzung, nach der Verglasnng,noch 550 Theile Kieselerde, und 450 Theile Laugensalz übrig bleiben; aber dieses Glasziehet die Feuchtigkeit stark an, lößt sich nach und nach in eine Flüßigkeit auf, und läßtsich durch die Säuren zersetzen.

Wenn der Feuersgrad stark genug war, daß das dabey gemachte Glas, nach derVerglasung, nur einen Theil Laugensalz, gegen vier Theile Kieselerde enthält, so werdendie laugensalzigen Theile so stark von der Kieselerde angezogen, daß weder Wasser nochSäuren (ausser der Flußspaksaure), demselben etwas anhaben können. Man erhältdieses Resultat, wenn die Temperatur nicht geringer als 800c Grad war, und dasFeuer lange genug unterhalten wurde, um den Ueberschuß des Laugensalzes über jeneMenge, welche nöthig war, die Kieselerde in Auflösung zu erhalten, gänzlichen zer-streueir. Dieses letztere Glas ist dauerhaft, rein, ungefärbt, wie der Bergkrystall.

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