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Hieraus folgt, daß sich die Kieselerde in desto größerer Menge in dem Laugensalze auf-lößt, je stärker die dazu angewendete Hitze war.
Die Auflösung gehet destv geschwinder von statten, je feiner die Kieselerde vor ihrerVermengung mit dem Laugensalze zertheilt war. Aus dieser Ursache wählt der Künstlerden feinsten Sand zu seinen Glaskomposirionen; und er findet dabey eine dreyfacheEcsparniß, nämlich an Zeit, an Brennmaterial, wegen der geschwinden Auflösung,und an Laugensalz, welches sich in dem Verhältniß der Dauer der Schmelze verflüchtiget.Wahrend der Verglasung greift das schmelzende Laugensalz die Sandkörner nur an derOberfläche Lage für Lage an; seine Wirkung muß sich also desto langsamer, bis zu deninnersten Theilen eines jeden Sandkorns , ausdehnen , je mehr Masse sie im Verhältnisseder Oberfläche haben. Man darf sich also nicht wundern, wenn grobkörniger Sandlangsamer als feiner Sand schmelzt. Auf der andern Seite macht die Heftigkeit desFeuers, daß sich ein Theil des schmelzenden Langensalzes in die Luft erhebt, und daherentsteht der Strohm von dicken Dünsten, der sich während der Schmelze losreißt. DerVerlust an Laugensalz, das sich auf diese Weise zerstreuet, steht also mit der Dauer derSchmelze im Verhältniß; deswegen muß man zwey Theile Laugensalz zu vier TheilenSand mengen, wenn man bey dem gewöhnlichen Glashüttenfeuer (ohngefähr 8000 Grad)ein dauerhaftes Glas machen will, daö nach der Verglasung nur i Theil Alkali gegen4 Theile Kieselerde zurückbehält, wenn man nämlich einen Sand von mittlerer Feinheit,wie der von Ereil bey SenliS, dazu gebraucht. Hieraus folgt, daß in einem Glaswirklich nur die Hälfte des anfänglich hinzu gethanen Langensalzes zurückbleibt; die andereHälfte gehet während der Schmelze -gänzlich verlohren. Wenn man den Sand zu einemfeinen Pulver zerreibt, also seine Oberfläche vermehret, so ist die Ersparniß an Laugen-salz in der Glaskomposition,, sehr merklich, und demohngeachtet verändern sich dieBestandtheile des in eben den Feuer geschmolzenen Glases nicht. Die Feinheit des Sandesist Ursache, warum ihn verschiedene Künstler deswegen für schmelzbarer halten, weil erweniger Alkali zur Verglasung erfordert; und deswegen hat man in mehrere» Glashüttenden Gebrauch eingeführt, den Sand zu glühen, hernach in kaltem Wasser abzulöschen,damit er sich mehr zertheile. „
§. 62. »
Der Sand, so wie man ihn auf der Oberfläche oder im Innern der Erde gewinnt,ist allzeit mit fremdartigen Substanzen vermengt. Das erste, was man mit ihm vorzu-nehmen hat, ist also, daß man ihn in reinem Wasser wasche, welches am besten mKufen geschiehet. Man wendet ihn fleißig mit hölzernen Schaufeln um; durch dieseBewegung steigen alle Körper, die leichter als das Wasser sind, nach der Oberfläche;alle Erden, die leichter als der Sand sind, bleiben länger als dieser im Wasser schweben,und können leicht durch das Abgießen desselben abgeschieden werden. Diese Arbeit wirdso lange fortgesetzt, bis das Wasser eben so hell abfließt, als es hinzu gethan morden ist.Hierbei) leidet der Sand gewöhnlich einen Abgang von 2 bis 4 Prozent seines Gewichts.
Wenn er keine Erden mehr enthält, auch durch kein metallischesOxyde, oder Erdfettgefärbt ist, so erscheinen seine Körner unter einem Vergrößerungsglas im Sonnenscheins
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