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1 (1802) Versuch einer ausführlichen Anleitung zur Glasmacherkunst
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189
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vollkommen weiß und durchsichtig. So hat der Sand alle Eigenschaften des Glases,und so kann er zu weißem Glas von aller Art, zu künstlichen Krysiallen, zu gefärbtenGläsern, welche die natürlichen Edelsteine nachahmen, gebraucht werden; mit einemWorte, so ist er die Grundlage aller unserer schönen Verglasungen.

Zusah. Man kommt leichter weg, wenn man nach Art der Wäschereyen aufBergwerken einen 12 Fuß laugen, 3 Fuß weiten, und eben so tiefen Trog,von starken Bohlen verfertigen läßt. In diesen wird der durch ein grobesSieb gelassene Sand gethan, und fließendes, sehr reines Wasser hineingelassen; dabey beständig umgekrückt, so fließet das unbrauchbare, im Wasserschwimmende, gleich ab, und man setzt die Arbeit so lange fort, bis dasWasser eben so rein und helle abfließt, als es zugeflossen war. Nun kehrt mandas Wasser ab, läßt sich den Sand sehen, das darüber stehende Wasserablaufen, schlägt den Sand auf reine Bretter aus, läßt ihn vollends ablaufen,und bringt ihn auf die Trockenkammer über dem Kalcinirofen.,

§ 6z.

Ist der Sand nur durch vegetabilische oder thierische Stoffe oder durch Bergfettgefärbt, so läßt man ihn glühend werden, damit sich diese Substanzen verbrennen; manlöscht ihn hernach ab, und wäscht ihn nochmals, ehe man ihn in die Komposition thut.Ist er aber durch metallische Oxyde gefärbt, so könne» diese durch das Kalciniren undWaschen in Wasser nicht hinweg gebracht werden. Ein solcher Sand bringt immerFarben in das Glas, und kann also in Fabriken, wo weißes Glas gemacht wird, nichtgebraucht werden. Indessen ist er doch noch immer zu halbweißem, zu Fenster- undBoureillenglas anwendbar. Die metallischen Oxyden, unter denen das Eisenoxyde dasgewöhnlichste und leicht kennbar ist, machen ihn schmelzbarer, als wenn er rein wäre,und tragen also zur Preißverminderung dieser Glasarten etwas bey.

§. 64.

Die Erscheinungen, welche die auflösende Wirkung des Laugensalzes auf dienatürliche Kieselerde, oder den reinen, weißen und krystallhellen Sand darstellen, ver-dienen eine besondere Aufmerksamkeit des Naturlehrers.

Der Sand lößr sich mit Aufbrausen auf, wenn gleich das Laugensalz rein undohne Kohlensäure ist. Das Gas, welches sich hierbei) zeiget, kann nicht einer Zerlegungdes LaugensalzeS beygemcssen werden, denn man kann dieses letztere wieder unverändertaus dem Glas abscheiden, wenn man entweder Glas, das gleiche Theile Laugensalz undKieselerde enthält, im Wasser oder an der Luft schmelzen läßt, und die Kieselerde mitKohlensäure niederschlägt, oder wenn man gutes Glas, das etwa 4 Theile Kieselerdegegen l Theil Laugensalz enthält, durch Zusatz von Laugensalz von neuem schmelzt undeine Kieselfeuchtigkeit daraus bereitet, aus welcher ebenfalls das Laugensalz durch Kohlen-säure geschieden wird.^ Man muß daher ganz natürlich auf den Gedanken fallen, daßjenes GaS von dem Sande herrühret, und daß dieser nichts anders als eine Krystallisar