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man verwahret hierdurch die Häfen gegen eine zu schnelle Zerstörung. Diese Methodehat man mit Vortheil bey dem Bouteillenglasmachen in Anwendung gebracht.
Wenn man Kohlensaure oder rohen statt gebrannten Kalk brauchen will, so istes genug (vorausgesetzt, daß er die oben §.67. ff. angeführten Eigenschaften in sich verei-niget), wenn man nur nach Proportion, als ihm durch das Kalciniren abgehet, mehrnimmt, das heißt, man nimmt 8 Theile rohe Kreide statt 5 Theile gebrannter Kreide.
Besondere Umstände können jedoch in gewissen Fällen dem kohlensauren oder roheuKalk den Vorzug einräumen. Dieser Fall tritt allemal ein, wenn das gebraucht wer-dende Laugensalz mit schwefelsaurer Pottasche oder Sode vermischt ist (wenn es Glau»bersalz oder virriolisirten Weinstein enthüllt). Der kohlensaure Kalk bewirkt, währendder Schmelze, die Zerlegung einer gewissen Menge dieser Salze, die nach ihrem Verrhaltniß zur vorhandenen Kohlensäure größer oder kleiner seyn kann, treibt die fremdeSaure aus, und verseht sie wieder in den Zustand von Laugensalzen, die zur Verglarsung tauglich sind; und da man selten Pottasche und Sode im Handel antrifft, die vonjenen schwefelsauren Salzen ganz frey sind, so kann es vortheilhaft seyn, zu den Kom- ~Positionen rohen statt gebrannten Kalk zu nehmen. Wenn man weißes Glas fabricirt,so braucht man die Vorsicht, Und verwandelt den rohen Kalk zuerst durch Brennen inlebendigen Kalb, damit die allenfalls in der Kalkerde oder Stein enthaltenen verbrennüchenMaterien, die das Glas färben, wieder weggeschafft werden. Man läßt diesen lebendigenKalk hernach an der Luft zerfallen, oder besprengt ihn mir Wasser, um das Auseinander-fallen zu befördern, wodurch er in seinen kohlensauern Zustand zurückkehrt, und dochvon verbrennlichen Materien gereinigt ist.
Bey gemeinem Glase ist diese Vorsicht meistens überflüßkg. Man nimmt hierzu mitmehrerm Vortheil die erdigen Theile der Asche selbst, welche ohnehin mehr anf die Zer-legung der Neutralsatze wirken, theils wegen ihrer kalkartigen Grundlage, theils wegender kohligen Theile, die sie enthält.
Hierin liegt auch der Grund, warum verschiedene Arten von Sodeasche, wie zumBeyspiel das Vareck eine weil stärkere verglasende Eigenschaft habe, als das in ihmenthaltene freye Alkali nie hoffen läßt. Diese Asche ist mit einer ziemlichen Menge vonschwefelsaurer Sode beladen, wovon ein Theil zerlegt wird, und gemeinschaftlich mitdem freyen Alkali bey der Verglasung des Sandes sowohl, als der Aschenerde mitwirkt.Verhielte sich die Sache anders, so könnte keine Glashütte die meisten Arten vonVareckfode gebrauchen.
> Nach Dantic soll man zur Komposition, die nicht zu magere und nicht zu fette Pottascheenthält, (d. i. welche nicht zu viel Neutraksalze enthält) nur den 26ten Theil der ganzenKomposition, wenn aber die Pottasche mit Neutralsalz vermengt ist, den 2iten Theil derganzen Komposition an Kalk nehmen. Allut versichert, daß er sich oft bey ^ wohlbefunden habe. Der beste Kalk ist derjenige, welcher aus den sogenannten Tuffsteinengebrannt wird. Dieses ist diejenige Art Kalksteine, die anfänglich in Wasser aufgelößt,sich in den Höhlungen der Berge in Säule» und mancherley andern Formen niedergeschlagenund gleichsam krystallisirt hat. Indessen muß man ihn doch vorher genau untersuchen,denn sehr oft enthält er auch viel Eisentheile; der nach dem Zerfallen an der Luft am«cißeften ist, dient auch hier am besten.