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1 (1802) Versuch einer ausführlichen Anleitung zur Glasmacherkunst
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198
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eine zweyte von 9 Linien ganz dünne geblasen. Ich fülle nun Regenwasser indas Gefäß genau bis an das Maaßzeichen, nehme die gegenwärtige Thermometer-höhe in' und außer dem Wasser. Hänge eine Waage hinein, und fülle so langefeinen Bleyschrot ein, bis der Hals der Waage etwa 5 Zoll eingesenkt ist. Nunstelle ich' tas Gefäß auf das Brett zwischen die zwey Säulen, ich mache dasDiopter lcs, und schiebe es so lange in die Höhe, bis ich den obern Rand derWaage genau in der Visirlinie habe; nun befestige ich das Diopter, lasse auchdas Niveau einspielen, und befestige es, dies bleibt nun unverrückt. Ich macheden Schieber an der andern Säule los, fahre damit in die Höhe, bis ich seineobere Schärfe genau in der Visirlinie sehe, ich befestige den Schieber, und zieheeine Linie an seiner Schärfe hin auf das angeheftete Papier, das giebt den 0 Punktder Waage. Nun habe ich schon vorher zo Gläser in Bereitschaft gestellt, indas erste ist i Loth rein kalcinirte Pottasche, in das zweyte 2 Loth, in das drittez Loth, und so ferner bis in das zoce, zoLoth eingewogen und mit Regen-wasser aufgelößt, auch stehen die Gläser lange genug, daß sie die Temperaturdes Zimmers angenommen haben. Nun mache ich das blecherne Gefäß leer,fülle das GlasN». u hinein, und so viel Regenwasser dazu, bis es genau andas Maaßzeichen gehet. Ich stelle es wieder an seinen gezeichneten Platz auf daöBrett, sehe nach dem Thermometer, und verfahre wie vorhin, so erhalte ich aufder Scala eine neue Linie, und schreibe 1 Loth dazu. Au dem Hals der Waagehabe ich bey der ersten Operation gleich den Wasserstand bemerkt, und mit Feuer-stein eingeschnitten. Ich mache das blecherne Gefäß abermal leer, schütte dasGlas N°.2. und so viel Wasser ein, bis es i Maaß ist, und verfahre wie vorhin,so erhalte ich die dritte Linie auf der Scala, die mit 2 Loth bezeichnet wird. Sofahre ich mit allen zo Gläsern fort, und erhalte eine Scala von i bis zo Loth.Bey jeder Bewegung des Diopters muß das Niveau einerley zeigen, wo nicht, sobleibt dieser zwar unverrückt, aber ich bewege die Röhre etwas, bis jenes wiedereinstehet. Sollte der Hals der Waage nicht lang genug seyn, um die ganzeScala zu fassen, so nehme ich ihn entweder länger, oder ich nehme zwey Waa-gen, und lasse die eine anfangen, wo die andere aufhört. Wenn es nöthig ist,kann ich allemal 4 Waagen zugleich machen, dann beziehe ich die 4 Seiten derSäule mit Papier, richte sie ein, daß sie sich horizontal herumdrehen'läßt,hänge die 4 Waagen eine nach der andern in die Lauge, drehe die Säule, undzeichne auf jeder Seite. Wenn die Scala fertig ist, nehme ich sie ab, trage siegenau auf ein anderes Papier über, schneide dieses schicklich zu, rolle es zusam-men, und stecke es in den Hals der zugehörigen Waage, bis der o Punkt mitdem Zeichen am Glas übereinkommt, befestige sie mit Hausblase, und ver-stopfe die Röhre am obern Ende, so ist die Waage fertig. Allein nun ist das,was sie, in eine zu untersuchende Lauge gehangen, angiebt, nicht wahrerGehalt, denn sie giebt auch zugleich an, was die Lauge noch sonst außer Pottascheenthält. Ich merke daher an, was sie in ein Maaß Lauge gehangen, beygleicher Temperatur angiebt, z. B. ro Loth, und lasse diese nämliche Maaß